Luftfahrtbranche gründet gemeinsamen Verband

Mitgliedsunternehmen machen zusammen mit 22.000 Mitarbeitern 6 Mrd. Euro Umsatz
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„Aviation Industry Austria“ soll künftig die Interessen der österreichischen Luftfahrtbranche vertreten

Die Luftfahrtbranche Österreichs hat künftig eine gemeinsame Interessenvertretung, welche von Airlines über Flughäfen bis zur Zulieferindustrie alles umfasst. Peter Malanik, Geschäftsführer des Verbandes, spricht anlässlich der Vorstellung der neuen Organisation von einem „deutlich größeren Hebel“, den man nun habe, um die Branche zu vertreten. Der große Schwerpunkt der Arbeit in den kommenden Jahren werde der Klimaschutz sein – neben „operationellen Problemen“ der Branche.

Wie in anderen Branchen auch, ist vor allem der Personalmangel eine große Herausforderung. „Das Problem können wir nicht lösen ­– nur kommentieren“, so Malanik. Weiter sollen Themen wie Engpässe bei den Lieferketten und die Verteuerung sowie Verknappung von Energieträgern wie Gas in den Fokus rücken.

Ganz allgemein gehe es aber darum, die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Luftfahrt zu sichern. „Lobbyieren ist so negativ besetzt – aber natürlich sind wir eine Lobbyingorganisation“, sagte Malanik. Demnach gehe es darum, der Politik gute Argumente zu liefern. Die Wettbewerbsfähigkeit müsse erhalten bleiben – und der Öffentlichkeit klargemacht werden, dass von der Luftfahrt etwa die Rolle Wiens als Drehscheibe für Kongresse, aber auch ganz allgemein der Tourismus in Österreich abhängen.

Der neue Dachverband Luftfahrt mit dem Namen „Aviation Industry Austria“ ist durch den Zusammenschluss der beiden bisher größten Luftfahrtverbänden entstanden: Der Austrian Aeronautics Industries Group und des Österreichischen Luftfahrtverbands. Die Mitglieder beschäftigen gemeinsam etwa 22.000 Menschen. Vor der Pandemie erzielten sie einen Umsatz von sechs Milliarden Euro.

Nur in der Schweiz gibt es mit der Aerosuisse einen ähnlich organisierten gemeinsamen Dachverband. Sonst sind in der Regel die einzelnen Branchen getrennt organisiert, sagt Malanik. „Das liegt daran, dass Österreich so klein ist.“

 

APA/ Red.

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