Dave und Doof

Die sogenannte Society war – bei Christina Lugners Geburtstag – einigermaßen in Aufregung geraten

Die sogenannte Society war – bei Christina Lugners Geburtstag – einigermaßen in Aufregung geraten: Ein ungebetener Gast hatte sich in die Festgesellschaft an der Alten Donau eingeschlichen. Flankiert von Kameramann und Tongalgenträger interviewte er sich eifrig durch die Gratulantenschar. Dave, der ungepflegte Typ, der durchaus als Rasputins Enkel durchgehen könnte, ist einer der Helfershenker von „Willkommen Österreich“.

Der Wortakrobat mit dem Sandler-Styling würde auf einem Fest von mir hochkant rausfliegen. Denn schließlich muss man ja seine Gäste vor Unbill schützen. Christina Lugner, sympathische und engagierte Gastgeberin, bekam von dem Ganzen, wie ich glaube, nicht wirklich viel mit. Doch der Typ wilderte sich durch die Gegend, noch bevor die Gästeschar vom mitfühlenden René Wastler und von mir gewarnt werden konnte. Mit einem Hechtsprung näherte er sich Tony Wegas. „Bist du so wie dein T-Shirt?“, fragte er ihn (Wegas trug ein blaues T-Shirt mit Hai-Symbolen drauf). Der gute Musiker war verwirrt. ORF-Mikrofon, der bärtige, unfrisierte Typ vor ihm, und dann so eine kryptische Frage. „Er will von dir wissen, ob du high bist oder blau“, mischte ich mich ein. Und schleuderte ihm ein „Unwillkommen Österreich“entgegen, als er versuchte, auch mich auf die Schaufel zu nehmen. Denn die nächste Frage an Wegas war so weit unter der Gürtellinie, dass das wirklich nicht mehr sein muss. Ob er denn schon einmal darüber nachgedacht hätte, als Gangster-Rapper aufzutreten? Nun, Tony hat seine Lektion gelernt, seine Strafe abgesessen, die Sache ist getilgt. Und – ich halte das für gar nicht lustig, in die größten Lebenswunden von jemandem nur für einen guten Gag mit einem Skalpell herumzustochern.

Also liebe Freunde: Foto von Dave speichern. Und einen großen Bogen um die Type machen. Oder, wenn’s Ihnen nichts ausmacht, im ORF verarscht zu werden, dann beachten Sie bitte eines: Die Quoten von Dave werden nicht berauschend sein. Sie werden also nicht nur verarscht – es werden auch nicht viele daran teilhaben…

Herzlichst,

Euer

Christian W. Mucha

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