Erleichterungen für Hotellerie & Gastronomie

WKÖ: Die im Regierungsprogramm vorgesehenen Initiativen warten jetzt auf Umsetzung.
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Erfreut über das „ausbalancierte, zukunftsweisende Programm der neuen Regierung“ zeigt sich Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Bereits im Sommer hat der Fachverband die österreichischen Beherbergungsbetriebe – von der kleinen Frühstückspension bis hin zum Großhotel – nach deren Wünschen an die kommende Bundesregierung gefragt. „Zwei der wesentlichen Aussagen decken sich mit langjährigen Forderungen, die sich nun im Regierungsprogramm wiederfinden“, spricht Kraus-Winkler die geplante Lohnnebenkostensenkung sowie die Anpassung der Abschreibungsdauer an.

Anpassung der Abschreibungsdauer

Gerade in der Hotellerie, die mit 44,6 Prozent Lohnnebenkosten stark belastet ist, sei eine Entlastung für die Beherbergungsbetriebe dringend notwendig. Ebenso wie die Anpassung der Abschreibungsdauer an die tatsächliche Nutzungsdauer. „Seit der Steuerreform 2015 setzen wir uns konsequent dafür ein. Unsere Immobilien und Ausstattungen sind ein wesentlicher Teil unseres Angebots an die Gäste. Wir können es uns nicht leisten, die Abschreibungsdauer von Gebäuden bei 40 Jahren zu belassen und gehen davon aus, dass 25 Jahre eine gerechtfertigte Abschreibungsdauer für unsere Immobilien ist,“ betont die Hotellerie-Obfrau. Böden, Bäder und Installationen bei Neubauten und Wellness- und Freizeitinfrastruktur sollten auf 15 Jahre abschreibbar sein, so der Fachverband. „Diese Maßnahmen und die geplanten Steuerentlastungen bei der ESt und KÖSt sind ein Auftrieb für all unsere Betriebe“, zeigt sich Kraus-Winkler überzeugt.

Konzepte gegen das Gasthaussterben

Positiv äußert sich auch der Obmann des Fachverbandes Gastronomie, Mario Pulker: „Vor allem das Ziel, Österreich als DIE führende Kulinarikdestination in Europa zu positionieren, ist für unsere Branche wichtig. Erfreulich ist auch, dass die Regierung vorhat, konkrete Konzepte gegen das ‚Gasthaussterben‘ auszuarbeiten und den Betrieben ihre Arbeit durch Bürokratie-Entlastungsmaßnahmen zu erleichtern.“

Ein weiteres – für die Beherbergungsbetriebe wichtiges – Thema, für das sich der Fachverband Hotellerie bereits bei der Erstellung des Masterplan Tourismus vehement eingebracht hat, ist der „faire Wettbewerb“. Konkret geht es um die Registrierungspflicht für Privatunterkünfte, ohne die dann keine Unterkunft mehr über Plattformen angeboten werden darf, sowie das Bekenntnis, die digitale Plattformökonomie in Österreich fair zu gestalten.

Fokus auf Nachhaltigkeit im Tourismus

Wesentlich sei auch der im Regierungsprogramm verankerte Fokus auf Nachhaltigkeit im Tourismus, so Kraus-Winkler. Für eine optimale Umsetzung brauche es jedoch ein Zusammenspiel aller relevanten Player aus Politik, Betrieben, Gästen und Einwohnern. Auch die geplanten Erleichterungen bei der Betriebsübergabe – gerade bei Familienunternehmen – Entbürokratisierungsmaßnahmen, Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit sowie die umfassenden Maßnahmen zur Attraktivierung der Lehre werten die Branchenvertreter als sehr positiv.

Qualitätsoffensive in der Lehre

Bundesausbildungsexperte Gerold Royda erkennt in den Maßnahmen zur Stärkung der dualen Berufsausbildung viele der langjährigen Forderungen der Branche wieder: „Wir engagieren uns laufend, um unsere Lehrberufe zu modernisieren, und bekennen uns auch klar zu einer Qualitätsoffensive in der Lehre.“

Kraus-Winkler abschließend: „Wir hoffen, dass die vielen positiven Maßnahmen nun rasch auf den Weg gebracht werden und stehen dafür natürlich auch jederzeit mit unserer Expertise zur Verfügung.“

PA/red

 

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