Unter Tage

Höhlen dienten einst als Refugium vor Wind, Kälte und Gefahren aller Art. Heute sind sie Forschungsobjekt und touristisch erschlossen. Und sie tragen zur Wertschöpfung ihrer Region bei.
© DAG Foto Hofer

Österreichs Höhlenlandschaft ist vielfältig. Die abenteuerlichen Ausflüge ins Bergmassiv oder unter die Erde sind für Familien und Hobby-Höhlenforscher in ihrer Einzigartigkeit und Faszination gleichermaßen erlebbar. Der mystische Charakter der unterirdischen Welten sorgt seit jeher für Ehrfurcht und Begeisterung. Die ihnen zugesprochenen Attribute – feucht, dunkel, schmutzig und staubig – treffen nicht immer zu. Denn was die Besucher der Schauhöhlen in Österreich – insbesondere in der Dachstein-Region im Salzkammergut – erwartet, sind weder Gespenster noch Monster. Vielmehr sind es wundersame Welten und eine beeindruckende Architektur der Natur. Unbeeindruckt von Fortschritt, Technik und Digitalisierung verharren die unterirdischen Labyrinthe in stoischer Anmut. 

Österreich bietet mit dreißig Schauhöhlen auch ein umfangreiches touristisches Angebot. Der Eingriff in die unberührte Natur der Höhlen wird bei deren Erschließung als touristische Attraktion bestenfalls so gering wie möglich gehalten. „Im Prinzip finde ich es aus Sicht des Naturschutzes nicht schlimm, dass 30 der ca. 17.000 Höhlen Österreichs für Touristen erschlossen sind. Ich denke, es ist wichtig, den Leuten die Schönheit der Natur zu zeigen, um sie für den Naturschutz zu sensibilisieren. Passiert das nicht, würde man Höhlen nur aus den Medien kennen“, sagt Lukas Plan, Geologe und Obmann des Landesvereins für Höhlenkunde in Wien und Niederösterreich.

Keine Höhle gleicht der anderen. Die meisten der dreißig heimischen Schauhöhlen können ohne alpine Ausrüstung besucht werden und setzen keine besondere körperliche Verfassung voraus. Das macht sie für den Tourismus zu wertvollen Destinationen. „Die Attraktionen von Dachstein-Krippenstein, wozu auch die Eisriesenhöhle und Mammuthöhle zählen, nehmen in der Region einen sehr hohen Stellenwert sowohl bei den internationalen als auch bei nationalen Gästen ein“, heißt es seitens der Ferienregion Dachstein Salzkammergut.

Dachstein-Rieseneishöhle

Die Eishöhle mit enormen Ausmaßen entspricht nicht der Vorstellung einer kargen und verstaubten Höhle. Ganz im Gegenteil. Die Besucher erwarten auf über 40 km Länge beeindruckende Eisgebilde und spannende begehbare Passagen. „Die Dachstein-Rieseneishöhle wurde im Jahr 2018 mit einer 35 m langen Hängebrücke und Multimedia-Shows samt Höhlenbären zusätzlich attraktiviert und bietet ein atemberaubendes Abenteuer im Fels und Eis“, so die Vertreter der Ferienregion Dachstein Salzkammergut. Ihren Status als Tourismusziel erlangte die Dachstein-Rieseneishöhle Anfang des 20. Jahrhunderts. 

Nach dem Ersten Weltkrieg folgten die relevanten Erkundungen des damals noch unbekannten kilometerlangen unterirdischen Höhlensystems. Rund 35 Jahre lang war der Anstieg zur Höhle ausschließlich zu Fuß möglich, worin auch das damals noch geringe touristische Interesse begründet ist. Seit 1955 ist der Weg durch die Inbetriebnahme einer Seilbahn in nur wenigen Minuten zu bewerkstelligen. Diese wurde in den folgenden Jahren laufend modernisiert. „Der Gast wählt eine Urlaubsregion, in der er ein vielfältiges Angebot vorfindet. Mit unserer Berg- und Höhlenwelt bieten wir ein geballtes Programm, und das natürlich mit sicherer Aufstiegshilfe, mit unseren modernen Seilbahnen bis auf 2.100 Meter Seehöhe“, sagt Dietmar Tröbinger, Geschäftsführer der OÖ Seilbahnholding. „Die Natur steht nach wie vor im Vordergrund. Bei den spannenden Führungen berichten die Höhlenführer von der Entstehung der Höhlen samt ihren Schätzen.“

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