Trend zur Snackification

Food Report 2020: Die Gastronomie hängt noch zu sehr an den klassischen Essenszeiten.
© pixabay

Kleine Mahlzeiten sind auch in der Gastronomie mehr denn je gefragt

Im aktuellen „Food Report 2020“ geht Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler in einem eigenen Gastronomie-Kapitel dem „Trend zur Snackification“ auf den Grund. Sie zeigt Entwicklungen auf, die nicht versäumt werden sollten, und bringt Best-Practice-Beispiele.

Noch vor zwanzig Jahren waren Snacks meist bloß eine schnelle Lösung für „Heißhungerattacken“ oder süße Belohnungen, schreibt die Expertin in dem 120 Seiten starken Werk, welches das Zukunftsinstitut herausgegeben hat. Auch heute noch assoziieren wir mit dem Begriff Snacks in unseren Breiten fettige Chips, zuckrige Schoko- oder Müsliriegel sowie süßes und salziges Knabbergebäck.

Mini-Mahlzeiten anstelle traditioneller Esszeiten

Aber: Langsam wandeln sich Snacks zu „kleinen Mahlzeiten“, von denen Konsumenten erwarten, dass sie gesund und genussvoll zugleich sind, hebt Rützler hervor. „Diese neuen Mini-Mahlzeiten ersetzen schrittweise traditionelle Mahlzeiten wie Frühstück, Lunch und Jause bzw. Vesper. In der künftigen Esskultur kann jedes Lebensmittel, jedes Getränk und jede Speise zu einer Mini-Mahlzeit werden: Snacking wird zu einer neuen Art zu essen. Diese Entwicklung fordert Handel und Gastronomie heraus.“

Gastronomie braucht neue Konzepte

Solche Zeiten grundlegender Veränderungen eröffnen immer auch große Chancen, führt Rützler weiter aus: Supermärkte und Retailer reagieren mit innovativen „On-the-go“-Angeboten auf die Snackification unserer Esskultur. Der Großteil der Gastronomie-Branche jedoch orientiere sich mit seinem Angebot immer noch zu sehr an den klassischen Essenszeiten – sieht die Ernährungsexpertin Handlungsbedarf. Die Ausweitung der Frühstücksangebote seien ein erster Schritt in die Ausdifferenzierung unserer Esskultur.

„Restaurants sind künftig noch stärker als Bezugsquelle von frisch und qualitätsvoll zubereiteten kleinen Mahlzeiten gefragt“, sagt Rützler. „Wenn Snacks zu Mini-Mahlzeiten werden, die auch den Gesundheitserwartungen der Kunden entsprechen, dann müssen auch Konzepte, Portionsgrößen und Servicezeiten adaptiert werden“, rät sie Gastronomen zu bedenken.

 

Quelle: Hanni Rützler’s Food Report 2020, Zukunftsinstitut

Infos und Bestellmöglichkeit: www.zukunftsinstitut.de

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