Weinexporte leiden unter Wirtschaftslage
Nach acht Jahren Wachstum erfahren die österreichischen Weinexporte erstmals wieder ein kleines Minus.

Laut Statistik Austria sank der Exportwert der österreichischen Weine im Jahr 2024 um 6 % auf 233,3 Mio. Euro, die Exportmenge um 1,7 % auf 64,2 Mio. Liter. Chris Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM), nennt als Hauptursachen die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten und einen gestiegenen Anteil günstigerer Tankweinexporte – vor allem nach Deutschland.
Tankweine als wirtschaftliches Problem
Flaschenweine waren besonders von dem Rückgang betroffen, insbesondere Rotweine, deren Exportmenge um 12,5 % zurückging. Im Gegensatz dazu legten Tankweine mengenmäßig um 16,1 % zu – allerdings bei geringerem Wert. Der Exportwert der Tankweine sank nämlich um 1,4 %.
Entwicklung der Exportmärkte
Deutschland bleibt mit großem Abstand der wichtigste Exportmarkt für Österreich, auch wenn der Exportwert durch den höheren Anteil preiswerter Tankweine fiel. Auch die Schweiz, 2023 noch an zweiter Stelle, verzeichnete 2024 Verluste. Generell importierte die Schweiz 2024 weniger ausländische Weine. Zudem schlug sich in dem traditionell wichtigen Rotweinmarkt die geringere Nachfrage nach Rotwein besonders stark auf die österreichische Gesamtbilanz nieder.
Den zweiten Platz der Schweiz übernahmen 2024 mit 8,5 % Anteil am Gesamtexportwert die USA. Allerdings bleibe „abzuwarten, welche Rahmenbedingungen die Trump-Administration für den Weinhandel mit Europa schaffen wird”, ergänzte Yorke. Positiv entwickelt haben sich, wie in den Jahren zuvor, auch Kanada und die nordischen Monopolmärkte (Norwegen, Schweden, Finnland). Nach Kanada stieg die Exportmenge um 15,1 %, der Exportwert um 12,1 %. Die nordischen Monopolmärkte legten sowohl bei Exportmenge und -wert um 1,9 % zu. Tschechien legte 2024 besonders stark zu: Ein Plus von 80,1 % bei der Exportmenge und 58,1 % beim Exportwert machten das Nachbarland zu einem der wichtigsten Exportmärkte Österreichs.

Weitere Prognosen
Schwierige Marktkonditionen und eine kleine Ernte im Jahr 2024 dämpfen die weiteren Prognosen. Yorke erklärt, dass die gesamtwirtschaftliche Lage aktuell sehr volatil ist und es erschwert, langfristige Absatzstrategien zu entwickeln. 2024 mussten sich Österreichs Winzer zudem mit der kleinsten Erntemenge seit 14 Jahren begnügen. Yorke erkennt ein Muster: „Ein Minus beim Exportwert hatten wir zuletzt 2015; verantwortlich damals: die kleine Erntemenge 2014.” Seit 2015 ist der Exportwert jedoch um 90 Mio. Euro gestiegen – somit um mehr als 60 %. Yorke hofft, dass diese Erfolgsgeschichte möglichst bald weitergeschrieben wird.
(PA/red)