„Nirgendwo sicherer als in Qualitätshotels“

CORONA SPEZIAL: Laut ÖHV ist die Hotellerie indirekt stark von den Regierungsmaßnahmen betroffen.
© Pixabay

„Die Auswicklungen des Corona-Virus (COVID-19) auf den Tourismus lassen sich mit nichts vergleichen, was wir bisher erlebt haben“, hebt Martin Stanits, Unternehmenssprecher der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), auf FM-Anfrage hervor. „Von der Intensität am ehesten noch mit der Finanzkrise von 2008 – aber die hatte für den Tourismus eine Vorlaufzeit: Wir wussten ab dem Börsenkrach, dass etwas ganz Großes auf uns zukommt, auch wenn niemand die Dimension richtig einschätzen konnte. Ganz falsch war im Nachhinein gesehen, die Hosen herunterzulassen. Hoffentlich haben alle aus diesem Fehler gelernt.“ Wirklich bedauerlich sei, dass Corona gerade jetzt auftritt, wo sich die Branche schön langsam von der Weltwirtschaftskrise erholt.

Zu 50 Prozent Psychologie

Stanits sieht allerdings auch die Rolle vor allem mancher Medien problematisch, die hässliche Bilder ganz bewusst wie den Untergang der Zivilisation wirken lassen: „Gezeigt wird nicht, wo der Alltag weitergeht, sondern die immer gleichen Bilder von ein paar kurzfristig leergeräumten Regalen und ein paar abgeriegelten Dörfern mit wenigen hundert Einwohnern im 60-Millionen-Land Italien – das unschöne, aber höchst profitable Geschäft mit der Angst.“

Die Rechnung dafür würden die Menschen bezahlen, die sich durch diese künstlich erregte Panik den Urlaub verderben lassen – so der Branchenvertreter weiter. Sowie viele Kleinanleger, die an der Börse hart erspartes Geld verloren haben: „Wirtschaft ist ja bekanntlich zu 50 Prozent Psychologie. An der Börse und im Tourismus – den am stärksten betroffenen Branchen – zumindest zu 75 Prozent.“

Verständnis und Kritik

Zu den aktuellen Regierungsmaßnahmen sagt Stanits:  „Wir hören viele, sehr kritische Stimmen aus der Branche, auf der anderen Seite aber auch Verständnis: Die Gesundheit geht vor!“ Viel beigetragen zur Akzeptanz habe ein großartiges ZiB2-Interview mit Gesundheitsminister Anschober, der anschaulich erklären konnte, was die Bundesregierung mit der Strategie verfolgt: ein Verzögern der Dynamik, damit die Kapazitäten im Gesundheitsbereich nicht überfordert werden von der Gleichzeitigkeit von Grippewelle und COVID-19.

Indirekt ist die Hotellerie von den Maßnahmen massiv betroffen. „Es fällt damit natürlich die Grundlage für viele (Kurz)Urlaube weg, der Besuch von Kulturveranstaltungen etwa, wie Konzerten oder Museen, aber auch viele Dienstreisen. Dazu kommen psychologische Effekte: Eine derartige Ausnahmesituation – einzigartig in der Zweiten Republik – beeinflusst die Urlaubsstimmung ganz massiv.“

Hohe Hygienestandards in Qualitätshotels

„Wir alle hoffen, dass die Krankheit rasch eingedämmt wird“, resümmiert Stanits. „Dann werden die Urlaube nachgeholt, die jetzt storniert wurden! Bis dahin profitieren vor allem die, die überlegt an die Sache herangehen – und sich nicht von der Panik anstecken lassen“, hält er fest. „Praktisch alle Qualitätshotels haben die Hygienestandards noch eine Stufe höher geschraubt: Nirgendwo ist man sicherer als dort und das zu aktuell sehr attraktiven Preisen!“

 

Red

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email