Neue Urlaubsalternative: Campen am Bauernhof

Über die Plattform „Schau auf’s Land“ sollen Wohnmobilfans und Landwirte zusammengeführt werden.
© Pixabay

Solche Wohnmobile könnten bald bei heimischen Bauernhöfen stehen

Rasten unter Apfelbäumen, Produkte vom Bauernhof verkosten, aufwachen mit den Kühen – und dann mit Produkten vom Land mit dem Wohnwagen weiterfahren: Ein Grazer Umweltsystemwissenschafter will Wohnmobilfans mit Landwirten für Kurzaufenthalte zusammenbringen und hat die Plattform „Schau auf’s Land“ initiiert. Idyllische Bauernhöfe mit Direktvermarktung und Stellplatz können sich kostenlos melden.

Das Konzept klingt unkompliziert und könnte auch in Zeiten der Coronakrise und des in diesem Sommer wohl stärker nachgefragten Inlandstourismus eine Rolle spielen: „Viele Wohnmobil-Reisende sind naturverbundene Menschen. Sie freuen sich über schöne Stellplätze auf dem Land und sind auch immer wieder auf der Suche nach regionalen Spezialitäten, die von landwirtschaftlichen Betrieben angeboten werden. Wenn die Reisenden einen idyllischen Stellplatz finden und die Betriebe neue Abnehmer für ihre Produkte aus dem Hofladen an den Mann bringen, können wir beide Seiten glücklich machen und ein Stück zur Nachhaltigkeit beitragen“, erklärte Leonard Röser im Gespräch mit der APA. Laut dem jungen Umweltsystemwissenschafter, der sich im Bereich des nachhaltigen Reisens spezialisiert hat, profitieren in Frankreich und Deutschland Betriebe schon seit Jahren erfolgreich von ähnlichen Konzepten.

Die Betriebe werden kostenlos bei ‚Schau auf’s Land‘ gelistet und können dort neben ihrem Hof ihre Produkte und Angebote präsentieren, wenn sie eine kostenlose freie Stellfläche für ein bis maximal drei Caravans zur Verfügung stellen. „Nachdem dafür kein Geld verlangt wird, haben die Betriebe bis zu diesem Ausmaß keine bürokratischen und gewerblichen Auflagen sowie keine Verpflichtungen für eine spezielle Infrastruktur zu erfüllen“, erläuterte Röser.

Damit die Reisenden auf der Plattform einen lauschigen Abstellplatz suchen und dort für 24 bis höchstens 72 Stunden stehen können, müssen sie eine Jahresmitgliedschaft um 35 Euro erwerben. Grundvoraussetzung sei, dass die Reisenden mit autarken Wohnmobilen unterwegs sind und sozusagen ihre „Geschäfte“ unabhängig vom Bauern erledigen können.

Für zusätzliche freiwillig angebotene Infrastruktur wie etwa Wasser zum Nachfüllen oder W-LAN könne eine angemessene Gegenleistung in der Höhe von rund zehn Prozent von Campingplatzpreisen erbeten werden. Einen Frühstückskorb anzubieten sei erlaubt. Je nach den Möglichkeiten des eigenen Betriebes kann das zusätzliche Angebot – von den Produkten im Hofladen bis hin zu Kräuterwanderungen, persönlichen Hofführungen und dergleichen ausgeweitet werden. „Wer ein Biozertifikat vorweisen kann oder spezielle Workshops, hebt sich aus dem Angebot natürlich noch einmal ab“, betont Röser. „Reisen hat immer Auswirkungen auf die Natur und uns Menschen. Wir möchten für diese Auswirkungen Verantwortung übernehmen und einen Mehrwert schaffen – für uns selbst und die bereiste Region“, betont der Initiator.

APA/red

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