Nachtgastro brummt wieder: Aber für Vollbetrieb fehlt oft Personal

Mehr Schließtage
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Nach Pandemie öffneten etwa zehn Prozent auch gar nicht mehr

Die Nachtgastronomie läuft zwar wieder gut, doch nach mehr als zwei Jahren Zwangspause fehlt es wie in anderen Branchen – und speziell in Tourismus und Gastronomie – auch hier an Personal. Es gibt mehr Schließtage, auch der Städtetourismus geht noch ab. Rund zehn Prozent der Diskos und Co haben nach der Pandemie gar nicht mehr aufgesperrt.

Hauptgrund für den Mangel sei eine Neuorientierung früherer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Laufe der Pandemie, geht aus Ausführungen des Nachtgastro-Vertreters Stefan Ratzenberger gegenüber dem ORF-Wien hervor. Die Gastronomie sei mit 60.000 Beschäftigten in ganz Österreich und rund 20.000 allein in Wien der größte Arbeitgeber von Studierenden, so Ratzenberger vom Verband der österreichischen Nachtgastronomen (VÖNG). Sie hätten in der Pandemie aber meist nicht vom Härtefallfonds und Co profitiert und sich daher neu aufgestellt. Nun hätten viele mehr oder weniger sichere Jobs und „wollen diese natürlich nicht aufgeben, solange dieses Damoklesschwert der Pandemie über uns schwebt.“

Aktuell sind laut Ratzenberger zwischen 1.000 und 1.500 Studierende in der Nachtgastronomie beschäftigt. Das sei ein riesiger Unterschied im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie. Für die Nachtgastronomie sei das aber eine sehr schlimme Situation. Ein regulärer Betrieb ist laut Ratzenberger aktuell nur eingeschränkt möglich. Je kleiner das Lokal, desto einfacher sei es. Je größer ein Lokal, desto weniger Bars könnten betrieben werden – just wo man jetzt wieder gute Umsätze erwirtschaften könnte.

Größere Lokale liefen derzeit nur eingeschränkt: „Wenn ein Lokal mehrere Bars hat, können nur die Hälfte bis maximal zwei Drittel der Bars derzeit bespielt werden. Wir sehen das auch an den Öffnungs- und Schließtagen. Früher waren Diskotheken im Regelfall Donnerstag, Freitag, Samstag geöffnet. Derzeit nur mehr Freitag, Samstag, weil das Personal fehlt.“

Es fehle auch der Städtetourismus. Der habe zwar wieder ein bisschen begonnen, aber große Veranstaltungen wie Kongresse würden fehlen, ebenso der klassische Tourist. Auch hier sei der Rückgang deutlich zu spüren.

Bundesweit war die Folge, dass von rund 3.000 Betrieben der Nachtgastronomie rund 300 während der Pandemie zugesperrt haben und nicht wieder öffneten. In Wien könne man davon ausgehen, dass rund zehn Prozent der etwa 700 Betriebe in der Nachtgastronomie damit rechnen müssen, Insolvenz anzumelden, glaubt Ratzenberger.

APA/Red.

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