Mallorca will Image ändern

Die beliebte Reisedestination strebt die Landesregierung mittels einem neuen Tourismusgesetz den Imagewechsel an. Der ambitionierte Gesetzesentwurf soll zu Gunsten von Einheimischen, Gästen und Unternehmer ausfallen.

bald mehr Platz für Touristen

Am 11. 2. wurde von der balearischen Landesregierung ein neuer Gesetzesentwurf zur Verbesserung der Tourismusqualität verabschiedet. Qualität statt Quantität lautet von nun an das Motto auf der spanischen Insel.
Allen voran fallen eine Menge neue Regelungen für die Hotelbetreiber an. Touristische Betriebe müssen binnen einem Jahr einen Plan auf die Beine stellen, der die kommenden fünf Jahre umfasst. Darin wird die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Vordergrund stehen (dieser Begriff wurde erstmalig konkret in einem Gesetzesentwurf definiert). Weiteres wird für die kommenden vier Jahre die Bettenbörse eingefroren. Das bedeutet: es dürfen keine neuen Anträge mehr angenommen werden und die Inselräte müssen innerhalb dieser vier Jahre jeweils einen eigenen Plan für die Vergabe der Gästebetten aufstellen. Sollte das nicht passieren, werden alle bisher verfügbaren Plätze gelöscht. Im Gegenzug möchte man die Unternehmen mit 60 Millionen Euro aus EU-Hilfsfonds und öffentlichen Geldern entschädigen.
Das Klichee einer Partyinsel soll in Zukunft mehr Ausnahme als Regel werden. Mallorca möchte allmählich den Ruf des Sauftourismus ablegen und dafür den Gästen mehr Qualität bieten. So sollen etwa alkoholische Automaten zur Gänze verboten werden, Drinks dürfen nur noch von Angestellten ausgeschenkt werden. Im Falle von Renovierungsarbeiten der Hotelbetriebe müssen fünf Prozent der Gästebetten aufgegeben werden. Dadurch möchte man die Sardinenbüchse etwas auflockern und für mehr Platz in den Hotelanlagen sorgen. Dies gilt jedoch nur für bereits bestehende Hotels. Die dürfen ihre Anlage um maximal 15 Prozent vergrößern.
Zu guter Letzt bleibt sogar für Einheimische und Angestellte etwas über. Da man in Zukunft auf eine Kreislaufwirtschaft setzt, wird mehr in die Aufbereitung von Trinkwasser investiert. Das Müllentsorgungssystem soll überarbeitet werden. Der Fokus soll auf heimische Lebensmittel gelegt werden. Und eine Reduzierung des Energieverbrauchs wird angestrebt. Für Hotelbetriebe sowie für Häuser und Wohnungen in der Ferienvermietung wird ein Wechsel von Ölheizungen auf grüne Alternativen ins Auge gefasst. Damit am Ende des Tages mehr im Börserl bleibt, wurde der Mindestlohn der Arbeiter auf 1.000 Euro erhöht. Sogar die Stimmen des Reinigungspersonals wurden erhört. Ab 2023 möchte man einer langjährigen Forderung nachgehen und nur noch auf höhenverstellbare Betten setzen.

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email