In Tirol schließen alle Hotels

Salzburg, Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich beenden ebenfalls die Wintersaison vorzeitig.
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In Tirol sind alle Hotels von der Schließung wegen des Coronavirus betroffen, also nicht nur jene in den Skigebieten. Dies betonte LH Günther Platter (ÖVP) am Freitag (13.3.2020) bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Ausnahmen gebe es nur für medizinisches Personal sowie im Geschäfts- bzw. Wirtschaftsbereich. Die behördliche Schließung gilt ab Montag (16.3.2020).

„Besuchen Sie Tirol später wieder“, meinte Platter bei der Pressekonferenz wörtlich. Der am Samstag stattfindende Urlauberwechsel mit 150.000 Gästen wäre „unverantwortlich“, meinte er.

Die Hotelschließungen erfolgen per Bescheid der Bezirkshauptmannschaft auf Basis des Epidemiegesetzes, erklärte Platter. Er habe sich diese Entscheidung „nicht leicht gemacht“. Welchen finanziellen Verlust das Ende der Wintersaison in Zahlen bedeuten wird, konnte der Landeshauptmann noch nicht beantworten.

Wirtschaftliche Folgen noch nicht abschätzbar

Ebenso seien die gesamten wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus für Tirol noch nicht abschätzbar. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser sagte aber zu, dass man „niemanden im Regen stehen“ lassen werde. Auch Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl sicherte den Arbeitnehmern Unterstützung zu, eine eigene Hotline wurde eingerichtet. Das Epidemiegesetz sehe vor, dass Ersatzansprüche durch den Bund abgegolten werden. Vom Land werde es eine entsprechende Unterstützung geben, kündigte Platter an.

Die Entwicklung der Ausbreitung des Virus sei in Tirol jedenfalls „dynamisch“, berichtete Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) zur aktuellen Lage. Laut einer Berechnung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) würden sich die Infektionen alle drei Tage in Tirol verdoppeln. Mikrobiologin Cornelia Lass-Flörl beruhigte aber dahin gehend, dass 80 Prozent der Infektionen in Tirol milde und asymptomatisch verlaufen. Lediglich 20 Prozent benötigen eine „medizinische Intervention“. Sie richtete aber einen starken Appell an die junge Bevölkerung: „Sie sind die Gruppe, die wahrscheinlich bei der Weitergabe eine große Rolle spielen“. Man solle derzeit also davon absehen zu feiern oder „im Rudel“ aufzutauchen.

Überlastete Hotlines

Ebenfalls sei es wichtig, dass die Gesundheitshotline 1450 nur von jenen Menschen gewählt wird, die sich tatsächlich krank fühlen, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) auf die Frage nach überlasteten Hotlines. Bei Fragen anderer Art – wie etwa zu den Schulschließungen, solle man sich an die Hotline der Bildungsdirektion oder der jeweiligen benötigten Stelle wenden.

ÖVP-Wirtschaftsbundchef Abg. Franz Hörl versuchte indes, die Situation zu relativieren: Es gäbe viele Bezirke in Tirol, die noch gar nicht vom Coronavirus betroffen seien. Für Platter stand dennoch fest: „Machen wir uns nichts vor, das Virus wird sich in ganz Tirol ausbreiten“. Der Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, Ernst Schöpf, wollte aber optimistisch bleiben: „Es wird eine Zeit nach Corona geben. Nach der vorzeitig beendeten Wintersaison ist vor der nächsten Saison“.

Auch Salzburg, Vorarlberg, Ober- und Niederösterreich beenden die Wintersaison vorzeitig

Salzburg und Vorarlberg ziehen übrigens nach: Auch hier sollen alle Beherbergungsbetriebe ab Montag behördlich geschlossen werden. In Salzburg ist eine Pressekonferenz mit Landesrat Michael Haslinger für den späten Nachmittag (13.3.) festgesetzt.

Auch die Skigebiete in Ober- und Niederösterreich beenden am Montag vorzeitig die Skisaison. Die Hotels bleiben geöffnet, teilte der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) am Freitag mit. Die Gesundheit der Bevölkerung und der Gäste habe oberste Priorität, hieß es von beiden Ländern.

APA/KaM (VzH)

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