Gastronomen verbrauchen Erspartes

Manche versuchen mit einem Liefer- und Abholservice die laufenden Fixkosten etwas zu kompensieren.
© Taubenkobel

Innenansicht des Restaurant Taubenkobel in Schützen im Burgenland

Gastronomen sehnen bereits den Tag herbei, wo sie wieder aufsperren dürfen. Allerdings ist niemanden klar, in welcher Weise und vor allem bis wann sie aufsperren dürfen. Denn Gerüchten zufolge soll ja anfänglich nur eine Öffnung bis 18 oder 22 Uhr erlaubt sein. Alles hängt also von der Entscheidung der Bundesregierung ab.

Die von uns befragten Gastwirte rechnen damit, dass das Personal in Küche und Bedienung mit großer Wahrscheinlichkeit eine Mund-Nasen-Maske wird tragen müssen. Inwieweit mit dazwischen freibleibenden Tischen so genügend Besucher bedient werden können, dass sich der Betrieb lohnt, ist allen noch unklar. Geld aus dem Härteausfallfonds oder für die in Kurzarbeit geschickten Mitarbeiter haben alle Befragten jedenfalls bis dato nicht gesehen.

Manche wie beispielsweise der Marchfelderhof oder das Restaurant Taubenkobel, das von Freitag bis Sonntag jeweils einen Hofladen betreibt, können Gerichte bzw. frischgebackenes Brot, Marmeladen, Eingelegtes etc. verkaufen. Andere wie das Ristorante Corti in Graz sind so klein (70 Quadratmeter), dass sich selbst ein Lieferservice wegen den anfallenden Kosten nicht auszahlt.  Wie man sich leicht ausdenken kann, reicht auch ein Liefer- bzw. Abholservice nicht zum Überleben. Es fördert nur den Kontakt zu den Kunden. Laut Geschäftsführer Grossmann vom Marchfelderhof nehmen alle Stammkunden des Lokals gerne den Lieferservice in Anspruch, weil sie so die Verbindung aufrechterhalten wollen. Alle befragten Gastronomen müssen auf das zurückgreifen, was sie in den letzten Jahren erwirtschaftet haben. Sie sind jedoch zuversichtlich, dass sie das Problem in wenigen Monaten wieder in den Griff bekommen.

Besondere Aktion

Als besonderes Beispiel des Miteinander trotz der immer enger werdenden finanziellen Mitteln sei hier noch die Aktion des Restaurant Taubenkobel angeführt: Laut Angaben der Geschäftsführerin Frau Eselböck kocht das Lokal in Schützen im Burgenland täglich unentgeltlich 120 bis 150 Mahlzeiten, die an die Caritas und in Not geratene Familien weitergegeben werden.

red

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email