Erklärung

Wir, die Verantwortlichen im Mucha Verlag, haben gemeinschaftlich und einstimmig den Beschluss gefasst, uns an der ausufernden, überbordenden und sensationsorientierten Skandalberichterstattung im akuten Missbrauchsskandal der Affäre T. nicht proaktiv redaktionell zu beteiligen.

Sie werden daher keine „reichweiten-fördernden“ oder „klicks-generierenden“ Berichte in unseren Medien und auf unseren Seiten zu diesem Thema finden.

Insbesondere vertreten wir den Standpunkt, dass das Wording, die Diktion und die vielfach durchscheinende Täter-Opfer-Umkehr aus dem Blickwinkel unserer journalistischen Verantwortung, so wie dies von ungezählten Medien in Österreich gehandhabt wird, für uns inakzeptabel sind.

Alleine die vielfach geäußerte Bezeichnung der abscheulichen Handlungen als „Kinderpornografie“ ist völlig unzutreffend. Kann man doch beim Begriff „Pornografie“ davon ausgehen (zumindest in der Mehrzahl der Fälle – auch da gibt es wohl ungezählte Missbrauchsopfer), dass dort mündige und großjährige Akteure handeln, deren Mitwirkung an solchen Machwerken mit deren Einverständnis erfolgt.

In der hierzulande breit publizierten Affäre T. geht es jedoch nicht um Pornografie, sondern um Missbrauch. Und Missbrauch bedeutet, dass hier minderjährige, unschuldige Kinder, deren Unwissenheit, deren Unbedarftheit, deren Vertrauen und deren Unschuld vorsätzlich in widerwärtiger Form ausgenutzt wird, die Opfer sind.

Wir richten daher unser journalistisches Engagement darauf, den einzigen positiven Aspekt, den wir dieser beschämenden Affäre abgewinnen können, zu verstärken. Unsere Chefredakteur*innen und Mitarbeiter*innen haben recherchiert, wie jeder von uns, der durch die Flut von Berichten über diese jahrelangen Missbrauchsfälle dieser Tage sensibilisiert ist, proaktiv dazu beitragen kann, an der Eindämmung von Kindesmissbrauch mitzuwirken. Erste Links dazu finden Sie hier – insbesondere eine Plattform, in der zur Identifizierung betroffener Kinder auffällige Kleidungsstücke, Szenen, Screenshots gezeigt werden, deren Wiederkennung es leichter machen soll, die Opfer zu identifizieren und damit der Täter habhaft zu werden, um so polizeiliche Maßnahmen setzen zu können.

Schlussendlich möchten wir noch festhalten, dass wir jegliche Verharmlosung bzw. Vertuschung, sei es von anwaltlicher Seite oder von der sogenannten „Kultur-Schickeria“, als absolutes No-Go und als Verhöhnung der unschuldigen Opfer sehen, die – wie bekannt – oftmals ihr ganzes Leben unter dem Missbrauch in ihrer Kindheit leiden.

Christian W. Mucha im Namen des Teams der MG Mediengruppe

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