Corona-Schicksale

Betroffene aus der Branche erzählen ihre berührenden Erlebnisse.
pixabay

Menschenleere Lokale, große (finanzielle) Sorgen

ComCom Rooms, Wien
Wolfgang Jicha und Gattin Edyta vermieten in Wien-Donaustadt PrivatApartments. Seit dem Beginn der
Krise stehen die „ComCom Rooms“ leer. Erst für November gibt es eine erste Reservierung. Hilferufe an die Politik verhallten bisher ungehört.

„Wir hatten viele Buchungen bis in den Juli hinein, die wurden alle storniert. Derzeit steht unser Haus völlig leer. Wir bekommen von keinem Fonds etwas, da wir Privat-Apartments vermieten. Wir zahlen unsere Steuern wie alle anderen, erhalten aber keine Förderung. Ich habe sogar an den Bürgermeister, den Bundeskanzler, den Bundespräsidenten und an alle Parteien geschrieben und gefragt, wohin wir uns denn wenden könnten. Bisher kam von niemandem eine Antwort. Ich würde mir wünschen, dass wir zumindest unsere Fixkosten von 1.200 Euro im Monat erstattet bekommen. Bisher habe ich dafür aber noch keine Möglichkeit gefunden. Inzwischen bringen wir den Garten auf Vordermann und haben einige Reparaturarbeiten im Haus vorgenommen.

Ich habe von Hotels gehört, die jetzt ihre Zimmer stundenweise als Homeoffice vermieten. Das überlege ich auch, da alle unsere Zimmer mit Schreibtischen ausgestattet sind. Noch dazu ist es bei uns absolut ruhig. Mein Gefühl für die Zukunft ist wirklich schlecht, denn leider wird die Reisefreiheit das Letzte sein, das wieder normal funktioniert. Im Sommer wird es bei uns garantiert keinen Normalbetrieb geben. Vielleicht kommen einige Gäste aus den Bundesländern. Es gibt ja Menschen in der Steiermark, die waren noch nie in Wien. Wenn man schon nicht ins Ausland fahren kann, dann finden sie vielleicht zu uns. Das ist meine einzige Hoffnung für die kommenden Monate. Dazu kommen Firmenkunden, die ihre Mitarbeiter von außerhalb irgendwo unterbringen müssen. Ich denke, dass unser Geschäft erst im kommenden Jahr wieder reibungslos funktionieren wird. Jetzt müssen wir aber einmal die kommenden Monate überstehen.“

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