Bei weiterem Lockdown brauchen Gastronomen Geld

Schon die Sechs-Personen-Regelung in den Gastronomiebetrieben tut sehr weh.
© Pixabay

Gaststube in einem Wirtshaus

Der deutsche Lockdown ab 2. November ist fĂŒr Österreichs Tourismusbranche „eine Katastrophe“, sagte Mario Pulker, Gastro-Obmann in der Wirtschaftskammer (WKÖ), am Donnerstag (29.10.) zur APA. Sollte es auch in Österreich zu Ă€hnlichen weiteren VerschĂ€rfungen kommen, brĂ€uchten die Gastronomen sofort echtes Geld. Denn ihre Kassen seien nach der coronabedingten Durststrecke leer. Schon jetzt gebe es in Österreich einen „Lockdown light“.
Die Sechs-Personen-Regelung etwa tue den Gastronomiebetrieben sehr weh, da Stammtische in alter Form nicht mehr möglich seien. Auch Hochzeiten, Taufen und dergleichen gingen den Betrieben schmerzlich ab. Einige Mitgliedsbetriebe, etwa Großraumdiscos, hĂ€tten bereits seit 15. MĂ€rz zu, erinnerte Pulker.
Weitere EinschrĂ€nkungen lehnten die Gastronomiebetriebe natĂŒrlich ab, aber wenn man in die NachbarlĂ€nder blicke, sei ein zweiter Quasi-Lockdown wohl nicht auszuschließen. „Sollte es so weit kommen, muss man umfassend und sofort Finanzmittel an die Betriebe ausschĂŒtten“, forderte Pulker. Die Betriebe brĂ€uchten eine Art Helikoptergeld, jedenfalls „echtes Geld“. Das Ganze mĂŒsse „so simpel sein, dass ich nicht große Teile dessen, was ich bekomme, an den Steuerberater zahlen muss“. In der Vergangenheit seien die Hilfsmaßnahmen nur sehr zögerlich angekommen. „Da ist der Unmut der Betriebe berechtigt. Das Finanzministerium könnte aufs Gas steigen“, so Pulker in Anspielung auf den Fixkostenzuschuss II, der in seiner ursprĂŒnglich angedachten Form nicht EU-konform war.
Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hat fĂŒr den Fall eines zweiten Lockdowns gemeinsam mit Gewerbeverein (ÖGV), Handelsverband, dem Senat der Wirtschaft und Forum EPU Österreich sowie Experten ein „EU-rechtlich wasserdichtes“ DreisĂ€ulenmodell entwickelt (FM berichtete!). Fixkostenzuschuss, Verlustausgleich und Katastrophenhilfe werden darin kombiniert. „Greifen alle drei SĂ€ulen ineinander, werden sie zur tragfĂ€higen StĂŒtze fĂŒr krisengebeutelte Betriebe“, meint ÖHV-PrĂ€sidentin Michaela Reitterer in einer Aussendung.
APA/red

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