AMA Marketing verklagt Genussregionen-Verein

Dieser hinterfragt: "Fördert sich die AMA Marketing GmbH jetzt selbst?"
© AMA

Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing mit Produktkorb

Zwischen der Agrarmarkt Austria Marketing und dem Verein Genuss Region Österreich tobt ein Markenstreit. Das Landwirtschaftsministerium beauftragte per Anfang 2019 die AMA-Marketing die „Genuss Region Österreich“-Marke im Rahmen des Netzwerk Kulinarik selbst zu managen. Der Verein kümmerte sich zuvor operativ um die Marke, die Dachmarke gehört aber der AMA Marketing.

Nun hat die Agrarmarkt Austria Marketing eine Markenschutz-Klage gegen den Verein eingereicht. „Konstruktive Gespräche blieben uns leider verwehrt“, sagte Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, kürzlich gegenüber der Krone. „Wir wollen uns die Verwaltung unserer Marke deshalb zurückholen, weil wir die zahllosen bäuerlichen Initiativen, die es in Österreich gibt, bündeln möchten. Nicht zuletzt haben Rechnungshof und Finanzprokuratur eine Konsolidierung im Kulinariksektor gefordert“, so Blass. „Die einzelnen Genuss Regionen und Initiative werden von der Umstellung so gut wie nichts spüren“, hieß es von der AMA Marketing auf APA-Anfrage.

Im Jahr 2005 ließ sich die Agrarmarkt Austria die Marke „Genuss Region Österreich“ schützen. Heuer wurde aber der Dachverband aktiv. Der Schutz der Marke „Genuss Region Österreich“ wurde vom Verein Genuss Region Österreich am 8. Februar 2019 beantragt, geht aus dem Patentregister hervor. Der Antrag wurde aber beeinsprucht. Die AMA Marketing beantragte dann am 25. Juli auch den Schutz der Marke „Genuss Region“.

„Fördert sich die AMA Marketing GmbH jetzt selbst?“

„Die AMA Marketing GmbH hat ‚Österreich‘ aus der Wortbildmarke entfernt und will den GenussRegionen vor Ort klar machen, dass alles beim Alten bleibe und die (Zwangs-)Heirat nichts Schlechtes bedeute“, kritisierte Franz Deutschmann, Bundessprecher des Dachverbandes Genuss Region Österreich, am Donnerstag in einer Aussendung. Auf www.genussregionen.at präsentiere die AMA Marketing GmbH die österreichischen GenussRegionen und weise dafür die Nutzung von Fördermittel aus dem Programm Ländliche Entwicklung 2014-2020 aus. Hier stelle sich die Frage, ob sich die AMA Marketing GmbH jetzt tatsächlich selbst fördere. Sollte das so sein, wäre das in Konkurrenz zum nicht geförderten privaten Dachverband Genuss Region Österreich, heißt es in der Aussendung.

Der Vorwurf wird dort zurückgewiesen: „Die AMA-Marketing erhält keine Förderungen. Fördernehmer bei der Netzwerkarbeit ist das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, die AMA-Marketing wurde von dort gegen die Abrechnung von konkreten Leistungen beauftragt“, hieß es in einer Stellungnahme. Das Netzwerk Kulinarik sei seit 1. Jänner eine neue Abteilung in der AMA-Marketing, damit keine neuen Strukturen – etwa IT, Buchhaltung, Personal – aufgebaut werden müssen.

APA/PA/red

 

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