Wahlzuckerl im Fladenbrot: Döner um 3 Euro

Die Sozialistische Jugend Wien und Gewerkschafter servieren politischen Imbiss zum Sparpreis.

03.04.2025 9:22
Redaktion
© Kristin Gründler
Der spaßige Döner

Die Preise für Döner sind in den letzten Jahren regelrecht durch die Decke gegangen. Von 3,50 auf stellenweise über 7 Euro – Tendenz steigend, auch wenn die Qualität nicht immer mithält. Dass zuletzt sogar ein Gammelfleisch-Skandal aufflog, hat dem einst so tadellosen Image des Fastfood-Klassikers nicht gerade geholfen. Umso überraschender nun der Versuch, damit die Stadtpolitik aufzulockern – und dabei potenzielle Wähler gleich mitzuversorgen.

Aktion Dönerpreisbremse

Jeden Freitag gibt es in ausgewählten Wiener Dönerläden den Döner um 3 Euro. Die Standorte werden wöchentlich auf www.doenerpreisbremse.wien und über die Social-Media-Kanäle der Jungen Generation Wien (SPÖ) bekanntgegeben. Wer teilnehmen will und etwas von der günstigen Wahlkampfkulinarik abbekommen möchte, ist herzlich willkommen. Neben dem Döner um drei Euro gibt’s Spritzwein, alkoholfreie Getränke und Gespräche mit Nachwuchspolitikern.

Menschenrecht auf Dönerfleisch

Warum gerade der Döner für Toleranz, Vielfalt und Zugehörigkeit auserkoren wurde, bleibt symbolpolitisch offen. Schließlich wäre auch mit Pizza, Würstelbuden-Leckerlis oder gebratenen Nudeln ein urbanes Statement zu machen gewesen. Doch vermutlich passte die „Pizzapreisbremse“ nicht ganz so gut ins Konzept einer weltoffenen Gesellschaft, die genug von überteuerter Margherita & Co. hat.

Dass Wiens Nachwuchspolitik zur „Dönerpreisbremse“ greift, ist eine treffsichere Aktion aus Begegungskultur und Basisversorgung. Zwischen Fladenbrot und Bürgernähe heißt es: Dein Döner, deine Stadt. Und wer beim Freitags-Döner-Happening auch über leistbares Wohnen, Smart-Wohnungen und günstige Clubnächte diskutieren will, ist herzlich eingeladen.

Ob sich mit einem Döner um drei Euro politische Überzeugungen schmackhaft machen lassen, bleibt fraglich. Wer seine Stimme verspricht, muss ohnehin erst einmal wahlberechtigt sein. Doch wer (vor allem) die Jugend vollständig erreichen will, sollte vielleicht auch an Pizzaschnitten und Asia-Nudeln denken. Vielfalt soll schließlich nicht nur im Wahlprogramm stehen, sondern auch beim Essen eine günstige Lösung für alle in Aussicht stellen.

(PA/red)

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