Arbeitsmarktpolitik-Fokus auf Tourismus

ÖHV (Wien): Präsidentin Reitterer schlägt konkrete Maßnahmen vor.
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„Österreichs Tourismus hat nur einen Wunsch an Arbeitsminister Martin Kocher: Dass die Regierung nach einem Jahr Nächtigungs- und Einnahmenausfälle beschäftigungsintensive Dienstleister stärker in den Fokus der Arbeitsmarktpolitik rückt. Die Zusage von Tourismusministerin Elli Köstinger bei der gemeinsamen Pressekonferenz gibt uns Hoffnung“, hält ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer fest. Wie wichtig das ist, bestätigen von Kocher präsentierte Zahlen: 25% der Kurzarbeiter kommen aus dem Tourismus, das sind 7 von 10 Branchebeschäftigten. „Für den Turnaround brauchen wir neben Nachfrage vor allem Liquidität bei den Arbeitgebern. Das ist der entscheidende Hebel.“

ÖHV Präsidentin Michaela Reitterer © ÖHV 

Im Handumdrehen machbar: Corona-Prämie auch 2021

Bis große Würfe wie die von Finanzminister Blümel und der ÖHV geforderte EU-weite Erhöhung der Beihilfen-Obergrenzen gelingen, müssten kleinere wirksame Akzente gesetzt werden wie die steuerfreie Corona-Prämie von 300 Euro je Monat auch für 2021 „für Arbeitgeber mit Einnahmenausfällen im zweistelligen Prozentbereich“, so Reitterer.

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Schwer nachvollziehbar und teuer: 100% Urlaubsanspruch bei 0% Arbeit

Bei den von Kocher angesprochenen Sozialpartner-Gesprächen zur Kurzarbeit seien rasche Erfolge notwendig, verweist Reitterer auf eine Regelung, die mitarbeiterintensive Branchen enorm belastet: Bei 100%iger Kurzarbeit werden Urlaubsansprüche im vollen Ausmaß aufgebaut, die Kosten bleiben den Arbeitgebern. Sei das zu Beginn der Krise schwer nahvollziehbar und schmerzhaft gewesen, werde es jetzt für immer mehr Betriebe zur existenziellen Belastung, schlägt Reitterer vor, das Urlaubsentgelt in die Kurzarbeit zu integrieren: „Nachjustieren rettet Arbeitsplätze.“

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Familienhärtefonds rasch adaptiere statt ewig über Arbeitslosengeld diskutieren

Finanzielle Erleichterungen brauche es auch für die Mitarbeiter, denen essenzielle Lohnbestandteile wie Trinkgelder und Überstundenentgelte fehlen. Ein rascher Beschluss sei da nur möglich, wenn eine ideologisch überfrachtete Diskussion über höheres Arbeitslosenentgelte vermieden wird, so Reitterer. Stattdessen solle der Familienhärtefonds so adaptiert und verlängert werden, dass er möglichst vielen Mitarbeitern möglichst lange hilft.

20. 1. 2021 / gab
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