Winzer erwarten 2019 aromatische Weine

Mit der Lese wird Mitte September begonnen, im Burgenland schon etwas früher.
© Pixabay

Die heurige Weinernte wird nach den Erwartungen der Winzer sehr gut ausfallen. Mengenmäßig soll sie im Schnitt der vergangenen Jahre liegen, qualitätsmäßig werden aromatische Weine erwartet. Der 2019er Jahrgang werde sich in die sehr guten „Neuner-Jahrgänge“ einreihen, sagte Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Weinernte wird heuer Mitte September beginnen, etwas früher schon im Burgenland. Der aromatische Geschmack der Weine liege daran, dass sich die Wetterereignisse im heurigen Jahr für die Reben gut entwickelt haben, meint Schmuckenschlager. „Wir können mit der Vegetation des Jahres sehr zufrieden sein“, freut er sich.

Begonnen hat das Jahr für die Reben mit einem späten Austrieb, also einer geringen Gefahr für Spätfröste. Im Mai habe es viel Niederschlag gegeben und ein paar kühlere Tage, was zu einem späten Blütezeitpunkt im Juni geführt habe. Im Juni habe dann sehr heißes Wetter die starke Entwicklung der Trauben begünstigt. Die Trockenheit habe zu einer nur geringen Gefährdung durch Pilzkrankheiten geführt. Auch der Juli sei sehr heiß gewesen, viele Winzer hätten ihre Traubenmengen reduziert, so dass die Rebe nicht allzuviel Anstrengung habe. Erste Vorproben zeigten sehr gute Parameter bei der Zucker- und Säurekonzentration. „Es können sehr reife und langlebige Weine werden, klassische österreichische Weine“, meint der Weinbaupräsident.

Neben der guten Qualität der Trauben können die Winzer auch mengenmäßig zufrieden sein. „Wir gehen heuer von einer durchschnittlichen Ernte aus und erwarten rund 2,4 Millionen Hektoliter“, sagte Schmuckenschlager. Der langjährige Schnitt liege bei 2,5 Millionen Hektolitern.

Heuer sei die Entwicklung in allen Weinbauregionen ziemlich ausgeglichen verlaufen. In der Steiermark gebe es eine sehr gute Ernte mit sehr gesunden Trauben, nur sehr vereinzelt seien Hagelschäden vorgekommen. Im Burgenland habe es eine lange Trockenheit gegeben, die zu Kleinbeerigkeit führte, daher gehe man dort von einer eher unterdurchschnittlichen Ernte aus. In Niederösterreich werde eine schöne, normale Ernte erwartet.

Klimawandel

Die Gefahren durch den Klimawandel sehen die Vertreter der Landwirtschaftskammern aber trotz der heurigen guten Nachrichten nicht gebannt. Heißes Wetter führe zwar zu einer geringeren Ernte, sei aber immer noch besser als Feuchtigkeit. „Die Rebe ist eine sehr genügsame Pflanze“, meinte der Weinbaupräsident. Dass durch den Klimawandel der Weinbau verändert werde und insbesondere die Flächen, wo Wein angebaut werden kann, sich verändern, das sei unbestritten. Aber eine schnelle Veränderung sieht der Weinbaupräsident nicht, auch weil man sehr restriktiv vorgehe bei der Zulassung neuer Rebflächen: Nur ein Prozent der österreichischen Gesamtweinbaufläche pro Jahr darf neu bepflanzt werden.

APA/red

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