Von der Schockstarre zum Neustart

Österreichs Reisebüros sind seit über einem Jahr in einem Ausnahmezustand. Vom Ende des Lockdowns profitieren sie bisher wenig. FM fragte, wie es ihnen geht.
© Adobe Stock

Wie verzweifelt sind die Betreiber von Reisebüros? Vor einem Jahr erkundigten wir uns bei Betrieben in ganz Österreich: Die Lage war dramatisch. Zwölf Monate später zeichnete ein Rundruf ein kämpferisches Bild: Die Zeiten sind hart, die Reisebüros sind härter. Doch es geht die Angst vor Personalknappheit um.

Jubiläum: Eigentlich begeht Jutta Ochsenhofer, die vor dreißig Jahren ihr Reisebüro „Fox Tours“ im burgenländischen Oberwart gegründet hat, heuer ein rundes Jubiläum. Zum Feiern ist ihr nicht zumute. Aber bereits vor einem Jahr war von Aufgeben nicht die Rede: Statt den am Boden liegenden Outgoing-Markt zu beackern, gab es Radreisen im Burgenland.

Aktuell ist Ochsenhofer wieder etwas optimistischer: „Bereits im vergangenen September konnte ich eine Kollegin, die ich zuvor kündigen musste, wieder einstellen. Derzeit sind wir mit einer Halbtageskraft zu dritt und natürlich in Kurzarbeit. Ich bekomme Geld aus dem Härtefallfonds, habe den Fixkostenzuschuss 1 und 2 und den Ausfallsbonus beantragt. Der vergangene Sommer war, was das Outgoing-Geschäft betrifft, durchwachsen, es gab einen Buchungsrückgang von 70 bis 80%. Wir haben jene Reisen nach Kroatien und Griechenland durchgeführt, die möglich waren. Unser Vorteil sind Radpauschalreisen im Südburgenland, das hat gut funktioniert. Die Menschen konnten ja nicht ins Ausland und haben bei Sportreisen in Österreich Ersatz gefunden. Im Incoming-Bereich gab es sogar eine leichte Steigerung, das macht bei uns aber nur knapp 20% aus. Vieles scheiterte daran, dass keine lokalen Hotelkapazitäten mehr vorhanden waren. Die Nachfrage wäre da gewesen. Deshalb haben wir unser Incoming-Angebot erweitert. Derzeit wird vor allem der Spätsommer nachgefragt. Für internationale Reisen stehen viele unserer Kunden Gewehr bei Fuß. Bis dahin führe ich die Firma so kostensparend wie möglich und halte unser Büro im Teilwinterschlaf. Eingefleischte Outgoing-Kunden machen ja keinen Urlaub in Österreich, außer in Ausnahmefällen wie im Vorjahr. Kleinere Reisebüros wie wir haben sicher einen Vorteil, da ich als Chefin den gesamten Geschäftsgang alleine aufrechterhalten kann. Sollte der Zustand noch länger anhalten, sehe ich ein anderes Problem: Viele Fachkräfte wandern nach einem Jahr Kurzarbeit ab und orientieren sich beruflich neu. Wenn unser Geschäft wieder anläuft, könnte das zu einer Personalknappheit führen.“…

 

Von Alexander Haide

 

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