Unzufriedenes Personal

Den stärksten Drang zum Jobwechsel haben Beschäftigte in der Gastronomie und im Tourismus.
© pixabay

Eine aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index zeigt: Etwa ein Zehntel der Beschäftigten in Österreich will aktuell den Job wechseln, rund zwölf Prozent ziehen einen gänzlichen Berufswechsel in Erwägung. In Summe denken somit rund 700.000 Personen an eine berufliche Veränderung. Das liegt an schlechten Arbeitsbedingungen, mäßiger Bezahlung und fehlenden beruflichen Perspektiven. „Wer die Leistungen der Beschäftigten nicht respektiert, darf sich nicht wundern, wenn sie die Firma verlassen oder gar den Beruf wechseln wollen“, sagte AK-Präsident Dr. Johann Kallauer bei der Präsentation der Untersuchung.

Polizei und Banken top, Tourismus und Gastronomie flop

Den stärksten Drang zur beruflichen Veränderung haben dem Österreichischen Arbeitsklima Index zufolge Beschäftigte in der Gastronomie, im Tourismus und im Handel: Beinahe vier von zehn Kellnern/-innen, 36 Prozent der Regalbetreuer/-innen und ein Drittel der Angestellten in Gasthäusern und Hotels wollen künftig etwas Anderes arbeiten. Am anderen Ende der Skala ziehen nur ganz wenige Bankangestellte und Polizisten/-innen in Erwägung, sich eine andere Beschäftigung zu suchen.

Hauptgrund, den Job oder Beruf wechseln zu wollen, sei die negative Einschätzung der wirtschaftlichen Situation des Betriebs. Auch schlechter Führungsstil und mangelnde Zufriedenheit mit der eigenen Tätigkeit nähren den Wunsch nach beruflicher Veränderung, heißt es seitens der AK. Nicht zuletzt hätten auch geringe Einkommen und niedrige Einkommenszufriedenheit, schlechtes Betriebsklima, Zeitdruck und Arbeitsdruck sowie mangelnde Karriere- bzw. Entwicklungsmöglichkeiten einen spürbaren Einfluss auf die Höhe der Fluktuation in den Berufen und Branchen.

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 22 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer/-innen. Er wird von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben. Details: ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima.

Gewerkschaft fordert faire Arbeitsbedingungen

„Der eben vorgelegte Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich beweist, dass die Arbeitgeber dringend gefordert sind, mehr zu tun, um ihre Beschäftigten länger an die Branche zu binden“, hebt Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, in einer Aussendung hervor. Nur faire Arbeitsbedingungen und eine hochwertige Ausbildung sowie die Einhaltung des ArbeitnehmerInnenschutzes seien der richtige Weg, um den Personalnöten in Österreich entgegenzuwirken. Und: Nur zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien gute Gastgeber.

PA/red

 

 

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