UNESCO-Beirat fordert Einstellung von Hotelprojekt

Größe des Vorhabens in Fertörakos gefährde das Welterbegebiet
© Pixabay

Der UNESCO-Fachbeirat für Weltkulturerbe, ICOMOS International, hat das geplante Großprojekt am Neusiedler See im ungarischen Fertörakos in einer Analyse als Gefahr für das Welterbegebiet bezeichnet. Man lege den Verantwortlichen in Ungarn nahe, das Projekt einzustellen. Die Umweltorganisation Alliance for Nature sah sich dadurch am Freitag in ihrer Kritik bestätigt. Wie FM Online berichtete, umfasse das Vorhaben die Errichtung eines Hotels und einer neuen Hafenanlage. Insgesamt beanspruche das Bau-Projekt eine Fläche von 18.000 Quadratmetern. Einige der geplanten Anlagen seien nicht auf die Nähe zum Neusiedler See angewiesen und könnten auch in einiger Entfernung errichtet werden, betonte ICOMOS International. Durch die langen und hohen Gebäude werde außerdem der Blick auf den See beeinträchtigt.

„Renovierung sinnvoller“

Mit rund 1.080 Parkplätzen und 1.250 Plätzen im Hafen werde sich auch der Andrang zum See und damit der Verkehr an Land und im Wasser erhöhen. Dies beeinträchtige die natürliche Umwelt. Aus diesem Grund solle das Projekt nicht durchgeführt werden. Stattdessen wäre laut ICOMOS International eine Renovierung der bestehenden Anlagen sinnvoll.

Auch österreichische Projekte problematisch

Das Vorhaben in Fertörakos sei aber nicht die einzige Bedrohung für den Neusiedler See. Auch die touristischen Projekte auf österreichischer Seite hätten negative Auswirkungen. Die Verbauung des Gebiets sei problematisch und gehe nach wie vor weiter. Dabei hob ICOMOS International etwa geplante Projekte in Mörbisch, Breitenbrunn und Neusiedl hervor.

APA/red

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