Tourismusforscher: Region braucht Neusiedler See und Alternativen

Zellmann: Angebot bei Radtouren, Reiten, Golf, Wandern und Wellness kann ausgebaut werden - Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Region "unersetzbar"
© pixabay

Tourismusforscher Peter Zellmann hat am Mittwoch 3. Mai angesichts des niedrigen Wasserstands im Neusiedler See Innovationen von Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Region gefordert. Betriebe mĂŒssten sich auf alle Szenarien – auch auf eine mögliche Austrocknung – vorbereiten und das Angebot erweitern. Potenzial sieht Zellmann unter anderem bei Radtouren, Reiten, Golf, Wandern und Wellness. Derzeit sei die Bedeutung des Neusiedler Sees groß: “In der Region brauchen ihn alle.”

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft sei rund um den See “unersetzbar”. FĂŒr ein nachhaltiges Konzept fĂŒr die Zukunft regte Zellmann, Leiter des Wiener Instituts fĂŒr Freizeit- und Tourismusforschung, einen moderierten Prozess mit monatlichen Treffen ĂŒber zwei Jahre an. Als kurzfristige Lösung fĂŒr Segler und Wassersportler sei der Umstieg auf Boote und Boards mit wenig Tiefgang möglich. Außerdem seien naturnahe FreibĂ€der, in denen der See wie in Rust hauptsĂ€chlich als Kulisse dient, eine Alternative.

Eine Wasserzuleitung sollte laut Zellmann diskutiert werden: “Den See als WasseroberflĂ€che, als Kulisse zu erhalten, ist durchaus eine natur- und umweltfreundliche Alternative, die unter UmstĂ€nden machbar ist.” Der Neusiedler See habe fĂŒr die gesamte Region eine große Bedeutung – fĂŒr Segler und FĂ€hren sowie fĂŒr Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Von Letzterer seien auch andere Wirtschaftsbereiche abhĂ€ngig, etwa der BĂ€cker, der mit Hotellerie und Gastronomie Umsatz mache, und der Tischler, der diesem das GeschĂ€ft einrichte, meinte Zellmann.

Er plĂ€dierte außerdem fĂŒr einen stĂ€rkeren Fokus auf Kulturtourismus, der unabhĂ€ngig vom Wasserstand im Neusiedler See sei. Von der Politik forderte der Tourismusforscher, die Rahmenbedingungen fĂŒr die Entwicklung der Region festzulegen. FĂŒr die Zukunft gebe es drei Szenarien: einen weiter sinkenden, einen gleichbleibenden und einen steigenden Wasserstand. Ersteres sei am wahrscheinlichsten, aber alles denkbar: “Wir sollten uns von Übertreibungen und Panik, aber auch von UnterschĂ€tzung in unserer Planung der nĂ€chsten Jahre unabhĂ€ngig machen”, betonte Zellmann.

APA/Red.

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