Spitzenhotellerie stößt an ihre Grenzen

Nach Umsatzersatz für Dezember stehen laut ÖHV 75 Prozent der Leitbetriebe vor Finanzierungslücke bis Juni.
© ÖHV

OEHV-Generalsekretär Dr. Markus Gratzer

Unter der Pandemie leiden alle Hotels – den größeren Häusern mit den in normalen Jahren entsprechend höheren Umsätzen trifft die Deckelung der staatlichen Coronahilfen nun besonders hart. „Der EU-Beihilfendeckel von 800.000 Euro je Unternehmen reicht für eine so lange Durststrecke wie die Corona-Pandemie nicht aus – ein mitarbeiterintensives Unternehmen nach dem anderen stößt an die Grenze“, so der Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung ÖHV), Markus Gratzer.

Der Beihilfenrahmen der EU müsse dringend ausgeweitet werden, so der Appell der Hoteliervereinigung. „Die Situation ist in allen Mitgliedsstaaten gleich, da geht es um viele Tausend Arbeitsplätze in ganz Europa“, betonte Gratzer am Montag. Die Bundesregierung müsse in Brüssel als Sprachrohr der Arbeitgeber Gehör finden. „Das hat oberste Priorität.“

Lange Finanzielle Durststrecke

Rund 75 Prozent der Leitbetriebe in Österreichs Hotellerie stünden nach dem teilweisen Umsatzersatz in den Monaten November und Dezember vor einer zu langen finanziellen Durststrecke, deren Ende nicht absehbar sei. Größere Häuser und Wellnessbetriebe erhalten laut Hoteliervereinigung anstatt der maximal möglichen 80 Prozent Umsatzersatz für November wegen der festgezurrten Obergrenze für die Unterstützungszahlungen im Durchschnitt de facto lediglich 48 Prozent.

63 Prozent der befragten Unternehmen in der Spitzenhotellerie erreichten bereits mit den November-Hilfen den Deckel von 800.000 Euro und erhielten somit auch keinen 50-prozentigen Dezember-Umsatzersatz. Die verbleibenden Vier- und Fünf-Stern-Betriebe, welche die Höchstsumme im November noch nicht ausgeschöpft haben, bekommen im Dezember laut ÖHV-Befragung im Schnitt lediglich 39 Prozent des Umsatzes vom Vorjahresmonat.

Es führe kein Weg an Hilfen auch über den angekündigten Verlustersatz von 3 Mio. Euro vorbei, meinte Gratzer. Für einen guten Teil der Betriebe decke auch das nur 35 bis 50 Prozent der Verluste ab. „Diese wichtigen Unternehmen können bis Juni mit keiner weiteren Hilfe rechnen – das geht sich für große Stadt- und Wellnesshotels sowie Leitbetriebe in der Ferienhotellerie nicht aus.“

APA/Red

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