Schramböck schließt zweiten Lockdown nicht aus

Die Wirtschaftsministerin warnt vor Beispiel Israel und sucht Verantwortung in Wien - die Opposition ist "schockiert".
© BKA/Andy Wenzel

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck: „Wien strahlt aus auf ganz Österreich. Die Verantwortung ist in der Hauptstadt zu suchen“

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) schließt einen zweiten „Lockdown“ wegen der Coronakrise nicht aus. „Ich habe keine Glaskugel. Israel hätte sich auch nicht gedacht, dass es dazu kommen wird“, so Schramböck dazu in der „Kleinen Zeitung„. Das Gesundheitsministerium hatte Gerüchte über einen zweiten Lockdown zuletzt dementiert. Die NEOS reagierten „schockiert“ auf die Aussage Schramböcks, die FPÖ warnte vor dem „Todesstoß für tausende Betriebe“.

Frühere Sperrstunde für Wien gefordert

Schramböck verband ihre Warnung vor einem zweiten Lockdown mit der neuerlichen Forderung an Wien, eine frühere Sperrstunde für Lokale einzuführen. „Wien strahlt aus auf ganz Österreich. Die Verantwortung ist in der Hauptstadt zu suchen“, sagte die Ministerin. Tatsächlich liegt Wien mit 150 bestätigten neuen Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an der Spitze. Aber auch die westlichen Bundesländer Tirol und Vorarlberg liegen mit 76 Fällen deutlich über der für die deutsche Reisewarnung ausschlaggebenden Grenze (50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen).

FPÖ-Chef Norbert Hofer reagierte scharf auf die Aussagen Schramböcks. „Die Regierung ist drauf und dran, unser Land an die Wand zu fahren. Ein neuerlicher Lockdown wäre der Todesstoß für tausende Betriebe. Jeden Tag neue Verwirrungen, obwohl das heimische Gesundheitssystem noch ausreichend Kapazitäten hat, um einen etwaigen Anstieg der Erkrankungen verkraften zu können“, kritisierte er in einer Aussendung.

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker zeigte sich „schockiert“: „Es ist die vorrangige Aufgabe der türkis-grünen Bundesregierung, einen zweiten Lockdown zu verhindern.“ Angesichts des neuen Rekordes bei den Neuinfektionen sei die Regierung jetzt gefordert.

APA/red

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