Salzburger Hoteliers bangen um ihr Geld

Eine Insolvenz in der Dimension von Thomas Cook ist neu.
© pixabay

Die Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook dĂŒrfte auch in Salzburg nicht ohne Folgen bleiben. “Wir sind zwar deutlich weniger betroffen als Sonne-Sand-Meer-Destinationen wie Zypern, Tunesien, Spanien oder die TĂŒrkei”, sagte Salzburgs oberster Tourismuswerber Leo Bauernberger zur APA. “FĂŒr manche Hoteliers im Land dĂŒrften die Auswirkungen aber betrĂ€chtlich sein.”
Das gelte besonders dann, wenn diese ihre Zimmer zum Gros oder ĂŒberhaupt ausschließlich ĂŒber Thomas Cook oder Neckermann verkauft haben. Problematisch sei die Situation auch fĂŒr all jene Urlauber, die kurz vor Reiseantritt stehen und ihre Reise bereits bezahlt oder angezahlt hĂ€tten. “Zwar geht die Sommersaison zu Ende, aber es wollten sicher noch einige GĂ€ste in den nĂ€chsten Tagen und Wochen ihren Urlaub in Salzburg antreten. Das wird noch fĂŒr unangenehme Situationen sorgen”, so Bauernberger.
Insgesamt sei die Insolvenz ist fĂŒr die gesamte Reisebranche keine gute Nachricht. “Schlecht sind fĂŒr uns sicher auch die zusĂ€tzlichen Turbulenzen am britischen Markt, der durch den Brexit ohnehin schon stark verunsichert ist.” Was das WintergeschĂ€ft betrifft, zeigte sich Bauernberger hingegen optimistisch. “Die Wintersaison lĂ€sst sich sicher noch gut organisieren.” Er sei ĂŒberzeugt, dass andere Reiseveranstalter die LĂŒcke fĂŒllen werden.
“Der kommende Winter macht mir nicht so viel Sorgen, wie der zu Ende gehende Sommer”, betonte auch Wolfgang Breitfuß, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Tourismusverbands Saalbach-Hinterglemm, gegenĂŒber der APA. “Das wichtigste ist jetzt, dass unsere Hoteliers die ausstĂ€ndigen Zahlungen fĂŒr die letzten Anreisen bekommen, also fĂŒr die Leute, die gerade einmal da waren und vielleicht sogar noch da sind”.
Von den rund 730.000 SommerĂŒbernachtungen in der Tourismusgemeinde seien rund 100.000 auf Thomas Cook und hier wiederum vor allem auf die Konzern-Tochter Neckermann zurĂŒckzufĂŒhren. “Viele Hoteliers rechnen ja nicht tĂ€glich ab, sondern fassen oft in Monate zusammen. Teile des Augusts und der September gehören auf jeden Fall noch ordentlich abgerechnet. Die Betriebe im Ort sollen fĂŒr die erbrachte Leistung auch Geld sehen.” Er hoffe, dass hier aus der Konkursmasse etwa ĂŒbrig bleibe.
Das WintergeschĂ€ft sei hingegen ein anderes Thema. “Die ersten GĂ€ste haben schon angerufen, weil sie verunsichert sind. Wir sagen ihnen, dass sie direkt beim Hotel buchen sollen – vor allem wenn sie mit dem eigenen Auto anreisen.” Zugleich hegte Breitfuß Hoffnung, dass bereits geblockte Kontingente weitergegeben werden könnten. Man habe in der Vergangenheit zwar bereits mit Konkursen zu tun gehabt, etwa bei russischen Reiseveranstaltern. “Eine Insolvenz in dieser Dimension ist fĂŒr uns aber neu”.
APA/red

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