Restaurant „Waldcafé“ am Thalersee Graz fertig, aber noch nicht offen

Aufsperren für September geplant - Kosten bei rund sieben Millionen Euro
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Das Waldcafé Thalersee ist an der Stelle entstanden, an der das altehrwürdige Ausflugsgasthaus Kling stand

Das in den vergangenen 14 Monaten errichtete Restaurant „Waldcafé“ am Thalersee westlich von Graz soll ein Magnet des Naherholungsgebiets im Westen der steirischen Landeshauptstadt werden, hieß es am Donnerstag bei der Präsentation des Baufortschritts. Eröffnen soll es voraussichtlich im September. Allerdings stehe noch kein genaues Datum fest – momentan suche man noch intensiv nach Personal. Die Kosten für das Projekt betragen rund sieben Millionen Euro.

„Jeder Gast wird sein Platzerl finden“, priesen die Pächter Manuel Köpf und Andreas Knünz ihr Restaurant am Donnerstag an. „Wir haben das „Waldcafé Thalersee“ als Ausflugsgastronomie, aber auch als Ort für Veranstaltungen aller Art konzipiert. Es war uns wichtig, dass wir jeden willkommen heißen können. Die Frühstücksgäste genauso wie alle, die am Abend bei uns einen Aperitif genießen und aber auch schön essen wollen. Und auch jene, die nur auf einen Kaffee vorbeischauen.“

Keine Neulinge und Nachhaltigkeitsaspekt

Beide Gastronomen betreiben seit Jahren das „WIRR“ in Wien-Neubau. Bei ihrem neuen Projekt „Waldcafé“ setzen sie auf ein kulinarisch vielfältiges Angebot – angefangen von Hausmannkost bis hin zu veganen Speisen. Das Etablissement bietet neben den jeweils rund 100 Sitzplätzen im In- und Outdoorbereich im Obergeschoss auch einen Seminarraum sowie sechs Zimmer für Übernachtungen.

Bei der Realisierung war vor allem der Nachhaltigkeitsaspekt von großer Bedeutung. „In fast jeder Ritze ist Nachhaltiges zu finden“, lobte die Vizebürgermeistern von Graz, Judith Schwentner (Grüne), das „Vorzeigeprojekt“. Das „Waldcafé“ nutzt beispielsweise den Thalersee für das Heizen und Kühlen des Gebäudes durch Wärmepumpen. Gleichzeitig dient der See als Hochwasserschutz-Rückhaltebecken. Und auch der Eigenstrombedarf wird durch Photovoltaik-Flächen gedeckt. Außerdem wurden für den Bau hauptsächlich ökologisch unbedenkliche Baustoffe eingesetzt und Teile des alten Gebäudes wiederverwendet. Selbst der aufgrund der Hochwasserschutzmaßnahmen eingesetzte Beton sei CO2-reduziert. Möglichkeiten für eine umweltfreundliche Anreise wurden ebenfalls geschaffen: Die Buslinie 48 von Gösting wurde taktverdichtet, Radwege wurden ausgebaut und Ladestationen für E-Bikes und E-Autos errichtet.

Auf Schwarzeneggers Spuren

Das Bauprojekt wurde 2020 europaweit als Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Unter 53 eingereichten Vorschlägen setzte sich schließlich das Grazer Büro Pittino & Ortner ZT GmbH durch. Der Baubeginn erfolgte im Frühjahr 2021. Die Kosten für den Bau betrugen rund vier Millionen Euro – mit Hochwasserschutz und Parkplätzen kostete das Projekt insgesamt rund sieben Millionen Euro, wurde der APA auf Anfrage mitgeteilt.

Genutzt werden soll der neue Hotspot westlich von Graz das ganze Jahr über: Rad-, Boots und Schlittschuhverleih sowie Zugang zu eigenen Toiletten für Seebesucher sollen zum Verweilen einladen. Der Thaler Bürgermeister, Matthias Brunner (ÖVP), zeigte sich über die Nutzung des Angebots zuversichtlich: „Es wird so sein, dass es immer gut gefüllt ist, weil es wird sich herumsprechen, was wir hier für eine tolle Location haben.“

Immerhin ist das Waldcafé Thalersee an der Stelle entstanden, an der das altehrwürdige Ausflugsgasthaus Kling stand. Hier hatte der berühmteste Sohn Thals, Arnold Schwarzenegger, schon als junger Bodybuilder seine Muskeln spielen lassen. Am Thalersee machte er Maria Shriver 1985 einen Heiratsantrag, den sie annahm. Der Ruderkahn ist heute als „Boot des Versprechens“ am Seeufer aufgestellt und eine der Stationen des 7,3 Kilometer langen „Arnold-Schwarzenegger-Wanderwegs“. Die Holding Graz hatte das See-Grundstück samt Gasthaus im Jahr 2014 um rund 1,25 Millionen Euro erworben. Ganz in der Nähe befindet sich übrigens das Geburtshaus von „Arnie“, das heute ein Museum über ihn und sein Wirken beherbergt.

APA/ Red.

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