Neues Siegel vernetzt regionale Player

Bauern, Direktvermarkter, Gastronomen, Hoteliers und Manufakturen sollen so enger vernetzt werden.
© Pixabay

Gemüse am Bauernmarkt

Kleine Erzeuger – Bauern, Direktvermarkter, Gastronomen, Hoteliers und Manufakturen – sollen endlich enger vernetzt werden, um ihre wirtschaftliche Perspektive und die regionale Wertschöpfung zu steigern. Dafür gibt es per sofort ein neues nationales Qualitäts- und Herkunftsgütesiegel des Netzwerk Kulinarik: das „Genuss Region Gütesiegel“, das auf Produkte und Regionen heruntergebrochen wird.

An dem Schritt arbeitet die Politik schon länger, nachdem ein solches System in Österreich bisher nicht so recht in Gang gebracht wurde und dessen Ansätze sogar vom Rechnungshof (RH) kritisiert worden waren. Nun werde dem Ruf des RH nach einer verbindlichen Gesamtstrategie für Kulinarik, Qualitätskriterien für die Vergabe von öffentlichen Mitteln und die Einbeziehungen von regionalen Kulinarik-Initiativen wie der Genuss Regionen Rechnung getragen.

Das neue Qualitäts- und Herkunftsgütesiegel soll auch ermöglichen, dass mehr heimische Produkte die höchstklassischen europäischen Gütesiegel – geschützte Ursprungsbezeichnung (gU) und garantiert traditionelle Spezialität (gtS) – erhalten, erläuterten Agrarministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und die Chefin des zur AMA gehörenden Netzwerk Kulinarik, Christine Mutenthaler, bei einem Hintergrundgespräch vor Journalisten.

„Wir sehen den großen Erfolg in den nächsten Jahren im Bereich der Kooperationen. Einer alleine schafft es selten, aber wenn Synergien genutzt werden, ist ein großer Schritt vorwärts möglich“, sagte Köstinger. Im Zentrum stand die Einführung eines durchgängigen Qualitäts- und Herkunftssicherungssystems sowie eine gemeinsame Vermarktungs- und Vertriebsstrategie, erläuterte Mutenthaler.

Das Qualitätsversprechen und die Regionalität der verschiedenen Unternehmen sollen durch das neue Gütesiegel nach außen hin sichtbar gemacht werden. So sollen mehr Kunden und Gäste gewonnen werden. Machen Betriebe mit, profitieren sie von den Kommunikations-, Informations- und Marketingkampagnen des Netzwerks. Verwendet werden beim Siegel die Logos der einzelnen Genussregionen – dazu kommt etwa der Zusatz „Jauntaler Had’n“. Will ein Betrieb mitmachen, seine Region ist aber nicht aktiv, geht das trotzdem.

Das Gütesiegel garantiert für die regionale Produktion eine hohe Produkt- und Verarbeitungsqualität, die Stärkung regionaler Versorgungs- und Wertschöpfungsketten, klimafreundliche, kurze Transportwege und die immer frische Zubereitung von Speisen. Kontrollen von Qualitätssystemen, an denen Betriebe schon teilnehmen – AMA-Gütesiegel, Gutes vom Bauernhof und Bioqualitätsprogramme -, können anerkannt werden. Im Normalfall werden Betriebe mit dem neuen Gütesiegel alle vier Jahre geprüft, so Mutenthaler. Die Kosten sind in den meisten Fällen förderbar – die Systemänderung führt überhaupt wieder zu einer Förderbarkeit für die Unternehmen. 100 Betriebe haben bisher Pilot-Audits vollzogen und 50 Kulinarik-Initiativen (dazu gehören Genussregionen, aber auch weitere beispielsweise Gastro-Initiativen) sind auch schon an Bord, so die Netzwerk-Chefin.

APA/red

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