Neapels Pizza-Bäcker gegen Briatores Luxus-Träume

Ehemaliger Formel-1Manager investiert weiter in Luxuslokale
© Pixabay

In Neapel kostet eine Pizza Margherita durchschnittlich fünf Euro – Briatore bietet sie bei „Crazypizza“ für 13 Euro an

Flavio Briatore sorgt für ordentlich Aufruhr in Italien und bringt die Pizza-Bäcker Neapels gegen sich auf. Der ehemalige Formel-1-Manager investiert nämlich in Luxuslokale und das ärgert die traditionsreichen Pizza-Bäcker. Diese kritisierten den Unternehmer für seine eröffnetes Luxusrestaurant, bei dem eine Pizza bis zu 65 Euro kostet.

Briatores Luxus-Träumchen, welches er in der Dolce-Vita-Flaniermeile Via Veneto in Rom eingeweiht hat, läuft unter dem Namen „Crazypizza“. „Wir haben eine schicke, elegante Pizzeria mit exklusivem Service lanciert. Die Pizza ist ein Wahrzeichen italienischer Gastronomie, doch sie wird leider oft auf billige Weise serviert. Das wollen wir jetzt ändern“, so Briatore, der plant aus „Crazypizza“ eine Restaurantkette zu machen. Ein weiteres Lokal ist bereits im Zentrum von Mailand geplant.

Preislich liegen die Pizzen bei Briatore weiter über dem italienischen Durchschnitt – 13 Euro müssen Hungrige für eine einfache Margherita zahlen. Für eine Schwarze Trüffel-Pizza muss man bei „Crazypizza“ sogar 33 Euro hinblättern. Wer eine Pizza mit einigen Scheiben Pata Negra, dem renommierten spanischen Schinken, möchte, muss 65 Euro zahlen.

Die Pizza-Bäcker Neapels sind über Briatores Gourmet-Allüren verärgert. „Die Pizza ist ein Gericht der volkstümlichen Tradition. Sie hat ganze Generationen ernährt und gleichzeitig dazu beigetragen, die schwersten Krisen zu überwinden, die die Stadt erlebt hat, vom Krieg bis zur Cholera-Epidemie“, so Sergio Miccú, Präsident des Verbandes der neapolitanischen Pizza-Bäcker. Seiner Ansicht nach sollte die klassische Pizza Margherita zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden – in Neapel kostet sie im Durchschnitt fünf Euro.

Briatore reagiert pikiert auf die Kritik aus der Vesuvstadt: „Welche Zutaten verwenden Sie, um die Preise so niedrig zu halten? Wir zahlen Gehälter, Mieten, Zutaten, Gas, Strom usw. Wir verwenden Zutaten von hoher Qualität und das rechtfertigt auch die Preise“, so der 71-Jährige.

 

APA/ Red.

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