Mitarbeitersuche im Tourismus auch in Zukunft „nicht einfach“

Reformentwurf für Arbeitslosenversicherung "noch vor dem Sommer"
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Trotz Rückgang der Corona-Pandemie erwartet Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher eine schwierige Personalsituation für Gastronomiebetriebe und Hotels.  „Es wird für den Tourismus weiter nicht einfach sein, weil die Nachwirkungen von Corona noch durchschlagen“, sagte Kocher am Dienstag bei der Präsentation der wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen. So hätten viele Arbeitskräfte während der Pandemie die Branche verlassen und seien nicht zurückgekehrt.

Laut Branchenangaben fehlen in der Gastronomie und im Tourismus bis zu 35.000 Arbeitskräfte. Das AMS und die aktuellen April-Daten gehen von 15.555 aus. Somit hat sich die Lücke binnen drei Jahre seit April 2018 fast verdoppelt, denn damals wurde ein Arbeitskräftemangel von 8.600 Personen gezählt. Auch haben manche Gastronomiebetriebe aufgrund des Mitarbeitermangels ihre Öffnungszeiten verkürzt oder einen zusätzlichen Schließtag eingeführt.

Zudem sei eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte gegen den Fachkräftemangel geplant, wie Kocher mitteilte. Stammsaisonniers von außerhalb der Europäischen Union (EU), die im Tourismus länger in Österreich gearbeitet haben, sollen künftig diese Karte erhalten. Heimische Tourismusbetriebe könnten aber auch innerhalb der EU auf Mitarbeitersuche gehen, wie etwa in Portugal und Spanien, so der Arbeitsminister. Auch seien Arbeitsplatzattraktivität und Arbeitsbedingungen ein Thema für die Branche.

Kocher sieht aber auch „strukturelle Herausforderungen“ bei der Mitarbeitersuche für Gastronomie und Hotellerie. Der demografische Wandel und die sinkende Bereitschaft am Wochenende zu arbeiten, würden mittel- bis langfristig Stellenbesetzungen schwieriger machen. Arbeitskräftemangel werde „spürbare Auswirkungen“ auf das Wachstumspotenzial haben, erwartet der Arbeits- und Wirtschaftsminister. Nach dem Rücktritt von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck Anfang Mai erhielt Kocher auch die Wirtschaftsagenden. Doch es gibt auch positive Entwicklungen: Im Vergleich zur Vorwoche gibt es um 3.694 Arbeitslose und AMS-Schulungsteilnehmende weniger. „Diese positive Entwicklung ist unter anderem auf saisonale Effekte zurückzuführen, die in der Regel bis zum Sommer zu einem Rückgang bei der Arbeitslosigkeit führen“, kommentierte Kocher die aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Derzeit haben 311.086 Personen keinen Job, davon sind 237.842 arbeitslos gemeldet und 73.244 nehmen an AMS-Schulungsmaßnahmen teil. Die aktuellen Arbeitslosenzahlen sind um rund 35.000 niedriger als vor der Corona-Pandemie im Mai 2019. Aktuell sind 51.476 Personen zur Kurzarbeit vorangemeldet. In der Vorwoche waren es noch 53.023 Voranmeldungen.

Beim Thema Teuerung sieht Kocher deutlichen Handlungsbedarf. „Die Inflation führt zu großen Verwerfungen.“ Man werde als Regierung versuchen, mit den Planungen für ein weiteres Entlastungspaket „möglichst weit in den nächsten Wochen zu kommen“. Die Maßnahmen für Privathaushalte und Unternehmen müssten „gut abgewogen“ und „treffsicher“ sein. Einen konkreten Zeitplan für weitere Entlastungsschritte gibt es dem Arbeits- und Wirtschaftsminister zufolge aber noch nicht. „Wir brauchen auf allen Ebenen eine Politik, dass die Teuerung in den Griff bekommen wird.“ Der Krieg in der Ukraine und die Energiepreise seien entscheidend für die weitere Entwicklung der Inflation, so Kocher.

Die geplante Reform der Arbeitslosenversicherung will der Arbeitsminister wie mehrfach angekündigt „noch vor dem Sommer“ präsentieren. „Wir werden die Sozialpartner einbinden. Es gibt im Moment aber keine großen Verhandlungsrunden“, sagte Kocher. Die Verantwortung einen Entwurf zu erarbeiten, liege beim Arbeitsministerium.

 

APA/ Red.

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