Lockdown im November ist bester Zeitpunkt

Hoteliervereinigung: Monat, der nicht so stark gebucht ist.
¬© √ĖHV

Martin Stanits

Acht Monate Coronakrise und nun der n√§chste Lockdown – vielen Betrieben im Tourismus und in der Gastronomie geht die Luft aus. Jeder weitere Euro Umsatzverlust schmerzt. Doch allen ist klar, die Neuinfektionen m√ľssen runter. “Der November ist ein Monat, der nicht so stark gebucht ist und so gesehen der beste Zeitpunkt”, sagte der Sprecher der √Ėsterreichischen Hoteliervereinigung, Martin Stanits, am Montag (2.11.) zur APA. “Auch weil die Infektionszahlen jetzt so rapide steigen.”
In normalen Jahren ist der November einer der schw√§chsten Tourismusmonate im Jahr – nur etwa drei Prozent aller √úbernachtungen entfallen auf diesen Zeitraum. “Der Wintertourismus ist da noch nicht angelaufen und der Sommertourismus ist l√§ngst schon zu Ende”, erkl√§rte Stanits. Gut l√§uft es dem Branchensprecher zufolge im November einzig in den Thermenhotels und in den klassischen Seminar- und Kongresshotels.
Auch der Mitarbeiterstand in den Beherbergungsbetrieben sei im November eher niedriger. “Aber jetzt wird er noch niedriger sein, denn jeder Unternehmer muss sich fragen: Kann ich es mir nach √ľber einem halben Jahr Corona noch leisten, Mitarbeiter zu bezahlen?” Zu Nicht-Coronazeiten kommen die Saisonniers aus Drittstaaten, die dann in der K√ľche und im Service aushelfen, meist erst Anfang Dezember und im J√§nner. Die entscheidendsten Monate f√ľr den Wintertourismus sind der J√§nner und der Februar mit den Semesterferien, so Stanits.

Rechtliche Unklarheiten

Doch den Lockdown im heurigen November k√∂nne man nicht von den Geschehnissen davor trennen. “Ein Hotel an einem K√§rntner See sperrt im September zu – da ist es kein Schaden, in der Stadthotellerie ist es differenziert”, betonte der Hotelierssprecher. In der Stadt sei der November “ein starker Seminar- und Kongressmonat mit starker Preisdurchsetzung”. Ab Mitte November werde normalerweise bereits “das weihnachtliche Wien” samt Christkindlm√§rkten vermarktet.
Die 80 Prozent Kostenersatz (bezogen auf den Umsatz im November 2019), den die Regierung f√ľr den zweiten Lockdown in Aussicht gestellt hat, lassen noch viele Fragen offen. Eindeutig definiert ist vorerst lediglich, dass der Fixkostenzuschuss gegengerechnet wird. Daf√ľr ist allerdings der Fixkostenzuschuss 2 derzeit noch komplett in Schwebe, da es noch rechtliche Unklarheiten gibt. Geld flie√üt da noch keines. “Wir brauchen zum Beispiel Klarheit, ob das Kurzarbeitsgeld, Garantien oder √úberbr√ľckungskredite gegengerechnet werden”, betonte Stanits. Demn√§chst sei die Auszahlung der Weihnachtsgelder f√§llig, sieht er die n√§chste Kostenlawine auf die finanziell ohnedies bereits angeschlagenen Betriebe zurollen. “Das ist nicht das gro√üe Geschenk, so wie das dargestellt wird. Das ist ein Tropfen auf den hei√üen Stein.”
√Ąhnlich kritisch sieht der Sprecher der Nachtgastronomie, Stefan Ratzenberger, das Informationsvakuum im Zusammenhang mit den angek√ľndigten Entsch√§digungszahlungen der Regierung. Gleich wie zum ersten Lockdown heuer im Fr√ľhjahr sei der Verkauf in der Gastronomie mittels Abholung oder Lieferdienst zul√§ssig, doch gebe es bisher keinerlei Richtlinie oder Information, ob diese Eing√§nge von der zugesagten “80-Prozent-Regelung” in Abzug gebracht werden – oder nicht. “Daher werden viele Gastronomen vorerst keine Abholung oder Lieferdienst etablieren”, erwartet Ratzenberger.
 

APA/Red

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