Lieferandos Geschäft mit Schattenwebseiten

Lieferando soll User auf Webseiten locken, die den originalen Seiten diverser Restaurants ähneln. 
© Lieferando.at

Seit der Schließung der Gastronomie boomt das Lieferdienstgeschäft. Wird direkt bei den Restaurants bestellt, geht die volle Summe an die Betreiber. Dem will Lieferando offensichtlich entgegenwirken:

Der niederländische Konzern „Just Eat Takeaway“, zu dem auch Lieferando gehört, soll Schattenwebseiten registriert haben, um User dazu zu bringen, beim Lieferdienst und nicht direkt beim Restaurant zu bestellen. Dabei stoßen Nutzer bei der Suche nach Lokalen über Google auf Webseiten, die vom Lieferdienst aufgesetzt wurden.

Eine Recherche des Bayrischen Rundfunks ergab, dass „Just Eat Takeaway europaweit mehr als 120.000 solcher Domains, die den Internetadressen von Restaurants ähneln, registriert hat. Rund 8.100 davon in Österreich. Bestellungen über Schattenwebseiten laufen nicht, wie Kunden auf den ersten Blick vermuten könnten, direkt über die Lokale, sondern werden über Lieferando abgewickelt.

„Service für die Lokale“

Der Unterschied liegt bei beim letzendlichen Verdienst der Gastronomen: Restaurants, die selbst ausliefern, müssen 13 Prozent des Bestellwerts an Lieferando zahlen. Wird die Bestellungen mit Hilfe von Lieferando-Ridern ausgeliefert, erhält der Lieferdienst bis zu 30 Prozent Provision. Lieferando verwies darauf, dass diese Webseiten ein „Service“ für die Restaurants seien. Jedoch hatten mehrere angefragte Gastronomen nichts von der Existenz solcher Webseiten gewusst. Ein vom Bayrischen Rundfunk befragter Experte für Kartellrecht bezeichnet die Schattenwebseiten als ein Problem für die Gastronomie. Lieferando dränge sich zwischen Kunden und Restaurant.

 

Red.

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