#Krapfengate

Ströck fordert ein Krapfen-Emoji.
© Spießer&Spinner

Croissants, Glückskekse und sogar der anglosächsische „Apple Pie“ besitzen ein eigenes Emoji. Auch die bayerische Brezen und das französische Baguette werden visualisiert. Krapfen dagegen werden mit Donuts über den Kamm geschoren, beschwert sich der Wiener Traditionsbäcker Philipp Ströck. Er stellt kürzlich irritiert fest beim Eintippen des Worts „Krapfen“ , das Smartphone ein Donut-Emoji vorschlägt. „Wir feiern heuer unser 50-jähriges Jubiläum. Seit jeher gehört der Krapfen zu den beliebtesten Produkten in unserem Sortiment. Und dann das! Diese falsche Darstellung tut dem Bäckerherz und den Millionen Krapfen-Fans weh. Nicht nur, dass der Krapfen dem Donut in sämtlichen Belangen überlegen ist und einen fixen Platz in der alpenländischen Küche hat; hier wird ein klarer Fake-Fact serviert! Denn ein Krapfen ist kein Donut!“, so Ströck.

Über 100 Millionen Krapfen (Stand: 2005) werden laut Agrarmarkt Austria (AMA) jährlich in Österreich verspeist. Mit einem durchschnittlichen Durchmesser von neun Zentimetern ergeben die Krapfen aneinander gereiht die Strecke von Wien nach Tokio (9.127 Kilometer). 50 Prozent der rot-weiß-roten Krapfen werden in der Faschingszeit gegessen. Der statistische Durchschnittskonsum an Krapfen pro Österreicher liegt bei 12,5 Stück im Jahr. Krapfen haben also einen wichtigen Stellenwert bei den Österreichern. Sie sind das Symbol der Faschingszeit schlechthin.

Gemeinsam soll nun dem „Skandal“ um das süße Kulturgut ein Ende gesetzt werden. Mit Stimmen aus der Bevölkerung soll ein Antrag beim US-amerikanischen Unicode-Konsortium vorgelegt werden, um ein Krapfen-Emoji zu bekommen. Das Konsortium entscheidet unter anderem aufgrund der Relevanz, ob ein neues Emoji in die Kollektion aufgenommen wird.

 

PA/Red

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