Kärnten investiert zusätzlich in Herbstkampagne

Das Bundesland will die Saison verlängern.
© Unsplash

Die Kärnten Werbung hat am Freitag, den 28. August, eine Kampagne für den Herbst vorgestellt, mit der auch nach dem Sommer Gäste ins südlichste Bundesland gelockt werden sollen. 1,2 Mio. Euro werden zusätzlich investiert, darüber hinaus sollen Hotels, Gastronomiebetriebe und Ausflugsziele länger als sonst geöffnet bleiben, man strebt eine verlängerte Saison bis 31. Oktober an.

Was man in Kärnten seit Jahren versucht – nämlich die Sommersaison merkbar in den Herbst zu verlängern – könnte heuer ausgerechnet durch die Coronakrise gelingen. „Wir haben aber schon vorigen Dezember die Planungen für den Herbst aufgenommen, da hatten wir schon das Ziel, den Impuls zu nutzen, der durch die Herbstferien entsteht“, erklärte Christian Kresse, der Geschäftsführer der Kärnten Werbung, vor Journalisten. Corona hätte aber sehr wohl eine zusätzliche Wirkung gehabt.

„Näh-Märkte“ im Fokus

Als Anschub für den Herbst soll nun die Kampagne dienen, die mit 1. September startet, und bei der vor allem die „Nah-Märkte“ im Fokus stehen: Eine Onlinekampagne, 300 Fernsehspots in Deutschland und Österreich, 800 Radiospots in Österreich und vor allem Bayern und eine Printkampagne stehen unter anderem an. Außerdem will man Gäste mit Special-Interest-Themen wie Stadt- und Motorradurlaub ansprechen.

Damit diese Kampagne auch Wirkung zeigt, brauche es aber die Bereitschaft der Unternehmer und Ausflugszielbetreiber, auch im Herbst geöffnet zu haben. „Wenn der halbe Ort zugesperrt ist, fühlt man sich als Gast einfach nicht willkommen“, formulierte es Josef Petritsch, Spartenobmann Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Kärnten. „Was die Ausflugsziele angeht, so verlängern die meisten Kärnten-Card-Betriebe die Saison. Und im heurigen Herbst schätzen wir, dass wir 30 bis 40 Prozent mehr Bettenkapazität als sonst haben werden“, berichtete Kresse über die Rückmeldungen, die er aus der Branche erhalten hat.

Damit es sich für die einzelnen Unternehmer rechnet, aufzusperren, brauche es sowohl Betten als auch ein Gastronomie- und Freizeitangebot. Denn ein geöffnetes Ausflugsziel nützt nichts, wenn keine Urlauber da sind – und ein geöffnetes Hotel beherbergt keine glücklichen Gäste, wenn diese in der Region nichts unternehmen können. Aus diesem Grund haben die meisten Tourismusregionen spezielle Herbstprodukte geschnürt, vor allem solche mit den Schwerpunkten Wandern, Kulinarik, Mountainbike und Rad. Auch die Seenregionen möchten sich – bei möglichst stabilem Schönwetter – im Herbst von ihrer besten Seite zeigen.

Minus aus dem Frühjahr aufholen

Wie das funktionieren könnte, erklärte Paula Müllmann, Geschäftsführerin der Nationalpark Region Hohe Tauern anhand des Programms „Mit der Natur auf Tuchfühlung“: „Einige hochalpine Hütten bleiben zwar im Herbst nicht geöffnet. Aber andere sehr wohl – ein Argument für sie war, dass wir das Shuttlebus-Service für Wanderer ausgeweitet haben.“ Generell versuchen viele Unternehmer schlicht und einfach das Minus aus dem Frühjahr wenn schon nicht aufzuholen, dann zumindest abzufedern. Dieses war jedenfalls quer durch die Bank massiv – auch wenn die Kärntner Tourismusbranche im Sommer mit dem sprichwörtlichen „blauen Auge“ davonkommen könnte.

Nach dem Herbst bereitet der Winter den Verantwortlichen Kopfzerbrechen, erklärte Petritsch. Leute, die auf Urlaub fahren wollen, gebe es genug – und Fernreisen oder Kreuzfahrten werden wohl oft ausfallen. Hier gelte es einzuhaken und ein Alternativprogramm auf die Beine zu stellen, dabei aber im Hinterkopf zu haben, dass in geschlossenen Räumen die Ansteckungsgefahr natürlich höher ist als im Freien. Wie Petritsch meinte, könnten im heurigen Winter vor allem Städte profitieren, die von Wintersportlern als Basis genutzt werden.

 

APA/Red

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email