„Hohes Potenzial gegenseitiger Ansteckung“

CORONA SPEZIAL: Ärztekammer sagt alle internen und externen Veranstaltungen ab.

Häufige Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind u. a. Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen. Es gibt auch milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) und Infektionen ohne Symptome.

Immer mehr Unternehmen und Organisationen sagen geplante Veranstaltungen ab. Auch die Wiener und die Österreichische Ärztekammer taten dies am 10. März angesichts der steigenden Infektionen mit dem Coronavirus. Das gilt für alle internen und externen Veranstaltungen mit mehr als 25 Ärztinnen und Ärzten bzw. Angehörigen anderer Gesundheitsberufe. Also auch Sitzungen, Fortbildungsveranstaltungen und Events. Und zwar bis zum 12. April.

Das heißt aber nicht, dass alle anderen Veranstaltern und Unternehmen geraten wird, dem Beispiel sofort zu folgen. „Letztendlich hat bei uns das Argument überwogen, dass Ärztinnen und Ärzte aufgrund ihrer Tätigkeit im Besonderen von einer Infektion gefährdet sind und dann auch Patientinnen und Patienten anstecken könnten“, erklärt Ärztekammerpräsident Prof. Dr. Thomas Szekeres. Veranstaltungen mit einem hohen Anteil an Ärztinnen und Ärzten hätten ein hohes Potenzial einer gegenseitigen Ansteckung. Hier gelte es, im Sinne der Vorsorge rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu setzen. Szekeres: „Noch ist die Situation in Österreich überschaubar. Wir wissen aber nicht, wie sich die Verbreitung des Coronavirus hierzulande fortsetzt. Und ich befürchte eine erschwerte Möglichkeit der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten, sollten sich viele Ärztinnen und Ärzte mit dem Coronavirus infizieren oder unter Quarantäne stehen.“

Die Erfahrungen in Italien hätten gezeigt, dass an sich gut funktionierende Gesundheitssysteme sehr rasch an ihre Grenzen stoßen können. Dem gelte es gegenzusteuern. In diesem Sinne hofft Szekeres, dass „auch alle anderen Veranstaltungen mit einem hohen Anteil an Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise Angehörigen anderer Gesundheitsberufe in den nächsten Wochen ausgesetzt werden.“

red

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