Heimische Hotelbetreiber kommunizieren zu wenig

Bei den kleinen und mittelständischen Beherbungsbetrieben fehlen Hinweise auf die aktuelle Situation.
© Pixabay

Hotel in Pertisau am Achensee

Die heimische Hotelbranche betreibt vielfach noch keinerlei Krisenkommunikation. Nur vereinzelt werde aktiv mit den (potenziellen) Urlaubern passend zur aktuellen Situation betreffend Coronavirus-Epidemie kommuniziert. Die allermeisten Webseiten vermittelten den Eindruck von „business as usual“, stellte die Beratungsfirma Ennemoser Consulting am Mittwoch (1.4.) fest.

Die Angebote sind den Angaben zufolge nach wie vor buchbar, obwohl die Hotels behördlich geschlossen sind. Das Consultingunternehmen habe stichprobenartig die Websites einiger Hotels und Tourismusverbände mit Schwerpunkt auf die aktuellen Corona-Hotspots in Österreich durchgeschaut. Das Ergebnis sei „ernüchternd“. „Was auf der Ebene von Behörden oder Konzernen eine Selbstverständlichkeit ist, fehlt weitgehend bei den Klein- und Mittelbetrieben: ein Plan für Krisenkommunikation“, so das Fazit.

Dass die Corona-Krise den Tourismus hart treffen werde, stehe bereits zweifelsfrei fest. Die Betriebe sollten aber schon jetzt an die Zeit nach der Krise denken und die Kommunikation mit den Gästen aufrechterhalten, um dann bessere Chancen auf einen raschen Anlauf zu haben, betonte der Tourismus-Berater.

„Jeder einzelne Unternehmer muss Krisenmanager sein.“ Krisenkommunikation sei nicht alleine eine Pflicht der Politiker. Die Hotels sollten in den kommenden Wochen und Monaten Präsenz zeigen, also weder in einer Schockstarre verharren, noch den Kopf in den Sand stecken. Die Kommunikation mit Gästen und Mitarbeitern müsse frühzeitig, sachlich, klar und kontinuierlich erfolgen. Die klein- und mittelständische Hotellerie solle jetzt die Zeit nützen, um ihre Zielgruppen für die Phase nach der Krise an den Normalfall zu erinnern und pro-aktive Kommunikation betreiben, so der dringende Rat der Fachleute von Ennemoser.

APA/red

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