Haribo ist gar nicht froh

Das spanische Start-Up Ositos & Co brachte alkoholhaltige Gummibärchen auf den Markt.
© ositosconalcohol.com

alkoholhaltige Gummibärchen

Ander Mendez sah eine rosige Zukunft für sich und seine beiden Freunde voraus, als sie 2019 ihr Online-Geschäft mit alkoholhaltigen Gummibärchen eröffneten. Bis das spanische Start-up Ositos & Co den Zorn des deutschen Fruchtgummi-Herstellers Haribo auf sich zog. 

Das Unternehmen aus Bonn stößt sich an der Ähnlichkeit zwischen den Gummibären aus dem nordspanischen Baskenland und den Gummibärchen, die der Süßwarenkonzern zu seinem Firmenlogo auserkor.

Die „Alkohol-Gummibärchen ähneln den Haribo Goldbären – dem erfolgreichsten und weltweit bekannten Produkt von Haribo“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. Es bestehe „die Gefahr einer irreführenden Verbindung zwischen unserer Marke und den alkoholischen Fruchtgummibären, die nur an Erwachsene über 18 Jahren verkauft werden dürfen“. Zum Schutz seiner eingetragenen Marke habe Haribo daher „ein in diesen Fällen übliches rechtliches Verfahren“ gegen das spanische Unternehmen Ositos & Co eingeleitet.

Haribo Gummibärchen
Haribo Gummibärchen                                                                                                                                                                                                                           © Pixabay

Er sei „aus allen Wolken gefallen“, als er kürzlich einen sechsseitigen englischsprachigen Brief von den Haribo-Anwälten erhalten habe, erzählt Mendez. In dem AFP vorliegenden Schreiben ist von „einer großen Ähnlichkeit“ zwischen den beiden Süßigkeiten die Rede, und davon, dass es sich bei den Ositos con alcohol (Bärchen mit Alkohol) um eine Verletzung des Rechts am geistigen Eigentum handle.

Das im Dezember 1920 in Bonn gegründete Unternehmen bietet eine „gütliche Einigung“ an, fordert von den baskischen Jungunternehmern jedoch drastische Maßnahmen. In dem Brief werden sie aufgefordert, Produktion und Verkauf „jedes Produkts mit dem umstrittenen Symbol“ zu stoppen, die in Spanien eingetragene Marke aufzugeben und „den Betrieb und das Eigentum an der Internet-Domain ositosconalcohol.com“ an Haribo abzutreten.

„Wir schaden ihrer Marke nicht und sie (die Bären) sehen sich nicht ähnlich“, sagt Mendez. Die Gummibären aus Spanien seien größer als die von Haribo.

Verkauft wird das Naschwerk mit einem Alkoholgehalt von 15 Prozent in kleinen Metalldosen mit buntem Firmenlogo. Es gibt sie in fünf Farben und Geschmacksrichtungen: Rum-Ananas, Gin-Erdbeere, Wodka-Orange, Whisky-Cola und Tequila-Zitrone. Ein Glas Wein entspricht mehr oder weniger acht „Bärchen mit Alkohol“, ein Gin Tonic hat so viel Alkohol wie 15 bis 17 Fruchtgummis aus dem Hause „Ositos & Co“. Das Start-Up vertreibt seine Ware nicht nur über das Internet, sondern auch in spanischen Bars und Diskotheken.

APA/red

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