Gute Erntebilanz in Kärnten

Trotz Verlusten durch Folgen des Klimawandels dennoch zufriedenstellendes Ergebnis
© Pixabay

Steigende Preise für Agrarier sowie zu geringer Wertschöpfungsanteil sorgen dennoch für Unmut

Der Großteil der heurigen Erntemenge in Kärnten ist eingebracht und als gut bis sehr gut einzustufen. Dies gab am Dienstag die Landwirtschaftskammer (LK) Kärnten bekannt. „Bei Mais, der wichtigsten Ackerkultur in Kärnten, liegen die Erträge im langjährigen Durchschnitt. Auch bei Getreide und Soja sind die Erträge und die Qualität trotz des kalten Frühjahrs in Summe zufriedenstellend“, sagte LK-Präsident Siegfried Huber. Im Obstbau gebe es gute Qualitäten bei einer durchschnittlichen Erntemenge. Im Kärntner Weinbau sei ein sehr guter Jahrgang zu erwarten, sagte Huber. Damit sind die Erträge im Ackerland gut.

Steigende Kosten für die Branche

Als Problem führen die Agrarier aber steigende Kosten an. Laut dem Gremialobmann des Agrarhandels in der Wirtschaftskammer Kärnten, Rudolf Grünanger, zeigen die Börsen-Preise für Landwirte zwar nach oben, die Freude der Ackerbauern ist jedoch das Leid der Milchbauern, da Futtermittelpreise stiegen. Und diese sind nicht die einzigen gestiegenen Betriebsmittelpreise. „Die Düngemittelpreise auf den internationalen Märkten haben sich mehr als verdoppelt“, so Grünanger. Dies liege an den steigenden Energiepreisen. Und weiters: „Derzeit liegen die Preise für Getreide, Mais und Soja um rund 40-60 Prozent über den Notierungen des Vorjahres.“

Wertschöpfung im Fokus

„Wir brauchen einen höheren Anteil an der Wertschöpfung, sonst geht den Betrieben die Luft aus“, warnte LK-Präsident Huber. Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zeigte wie berichtet, dass der Anteil der Landwirtschaft an der Wertschöpfung gesunken sein. Von 100 Euro Lebensmittelnachfrage liegt der heimische Bauernanteil bei 3,67 Euro. Allein in Kärnten würden jährlich Fleisch, Milch und Eier im Wert von 126 Millionen Euro importiert, laut Huber „Wahnsinn“. „Wenn wir in Kärnten keine Agrarindustrie wollen, brauchen wir kostendeckende Preise für die Bauern und weniger Importe von Billig-Lebensmitteln aus dem Ausland.“ Die Wifo-Studie zeige: Ein Prozent mehr heimische Lebensmittel auf den Tellern in Kärnten bringe den Bauern rund 3,8 Millionen Euro mehr Wertschöpfung. APA/RED./CH

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