„Griechenbeisl“ droht das Aus

Das älteste Lokal Wiens steht kurz vor dem Ruin.
© Clemens Pfeiffer/Wikimedia Commons

Eingang des Traditionslokals

Das „Griechenbeisl“ in der Wiener Innenstadt (Fleischmarkt 11) existiert seit 1447. Das älteste Lokal Wiens hat seit seines Bestehens bereits die Pest, Revolutionen, zwei Weltkriege und eine Reihe an Eigentümern und Renovierungen überlebt. Jetzt könnte die Covid-19 Pandemie dazuführen, dass die geschichtsträchtige Gaststätte geschlossen werden muss. Denn das „Griechenbeisl“ gehört einer Firma, die insgesamt 17 Restaurants mit rund 300 Mitarbeitern in Wien betreibt. Eine gastronomische Größenordnung, die der EU-Förderdeckel bei weitem nicht über Wasser halten kann. Denn die finanziellen Mittel aus dem Unterstützungsfonds der EU können das Überleben der Gastronomiebetriebe der „Griechenbeisl“-Inhaber nicht sichern. Nur eine Sonderlösung der Regierung oder ein rasches Eingreifen von Außen können das Traditionslokal noch retten.

Konrad Bergen, Miteigentümer der ETII-Gmbh, der das „Griechenbeisl“ gehört, erklärte gegenüber der „Krone“: „Für den November erhalten wir nicht einmal 50 Prozent Umsatzersatz, im Dezember gar nichts.“ Bergen klagt eine „Ungleichbehandlung“ von Unternehmen an, die jedes ihrer Lokale unter einer eigenen Firma angemeldet hätten: „Andere Gastronomen haben jedes ihrer Lokale in eine eigene Firma gepackt und können so bis zu 800.000 Euro Zuschuss pro Betrieb erhalten. Wir erhalten für unsere 17 Restaurants aber nur einen einmaligen Zuschuss. Das ist eine Ungleichbehandlung“, sagt der Griechenbeisl-Miteigentümer.

Bergen fürchtet, dass, wenn nicht schnellstens eine Lösung gefunden wird, die Hälfte der Mitarbeiter im Jänner ihren Job los sind. Peter Dobcak, Obmann der Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Wien, sieht im „Griechenbeisl“ und den 16 Schwesterlokalen keinen Einzelfall. Er fordert sofortige Verhandlungen mit Brüssel und sieht auch jene Wirte, die vorigen Herbst wegen Umbau geschlossen hatten und nun um alle Hilfsgelder umfallen, akut gefährdet.

PA/red

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