Gäste-Rückgang aus China befürchtet

Peking hat - wegen dem Coronavirus - den Verkauf von Pauschalreisen verboten.
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MERS virus, Meadle-East Respiratory Syndrome coronovirus, 3D illustration

Das Coronavirus hält die heimische Tourismusbranche in Atem. Auch wenn Reiseveranstalter und Co. noch keine direkten Auswirkungen spüren, gibt es regelmäßige Krisenbesprechungen. In Wien rechnen die Touristiker mit einem „Knick“ bei Reisenden aus China, zumal Peking vorige Woche alle Reiseagenturen angehalten hat, keine Pauschalreisen mehr ins In- und Ausland zu verkaufen.

Laut einer Bloomberg-Meldung erging am Freitag (24.1.2020) eine entsprechende Order des Tourismus- und Kulturministeriums an sämtliche Reiseagenturen und Tourismusfirmen. Seit Ende vergangener Woche dürfen sie vorerst keine Tour-Packages mehr verkaufen, so die Nachrichtenagentur unter Berufung auf eingesehene Dokumente. Mit der Maßnahme soll die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Der Erlass kam just zu Beginn der chinesischen Neujahrsferien, in denen die Menschen in der Volksrepublik gerne verreisen.

Auswirkungen auf Wien

Beim WienTourismus erwartet man aufgrund dieser Tatsache einen vorübergehenden Rückgang der Buchungen von Gästen aus China, sagte WienTourismus-Sprecher Walter Straßer am Montag (27.1.2020) zur APA. Der Reiseverkaufsstopp werde sich wohl auf ganz Österreich und andere Länder auswirken.

Für die Stadt Wien ist China nach den USA mittlerweile der zweitstärkste Überseemarkt. Die Volksrepublik ist bereits seit einigen Jahren in den Top Ten der nächtigungsstärksten Länder, derzeit auf Rang sieben. Die meisten Wien-Touristen kamen 2019 aus Deutschland, gefolgt von Österreich, den USA, Italien, Großbritannien, Spanien und China. 2019 entfielen 524.000 der insgesamt 17,6 Millionen Nächtigungen auf chinesische Gäste.

In der Statistik merkt WienTourismus freilich noch nichts vom Coronavirus, die Nächtigungszahlen liegen immer erst einen Monat später vor.

Nächtigungen in Hallstadt

Ähnlich in Hallstatt, das bei Reisenden aus China ebenfalls sehr beliebt ist. „Bisher merken wir noch gar nichts“, hieß es aus dem Tourismusbüro Hallstatt zur APA. Die Hauptreisezeit für die kleine Gemeinde im Salzkammergut sei Mai bis September, wobei auch in den Semesterferien wieder mehr los sein werde als derzeit. Wie viele Chinesen tatsächlich jährlich nach Hallstatt reisen, ist nicht genau zu erfassen, da viele nur als Tagesgäste kommen. Bei den Nächtigungen ist China die Nummer fünf, hinter Gästen aus Österreich, Deutschland, Tschechien und den Niederlanden. Nach Hallstatt reisen Chinesen verstärkt auch individuell, nicht mehr nur in Gruppen; ähnlich wie nach Wien.

Gäste aus China immer wichtiger

Für den österreichischen Tourismusmarkt werden Gäste aus China wichtiger und wichtiger. 2019 stieg die Zahl der Übernachtungen von Besuchern aus China um 5,6 Prozent auf knapp 1,5 Millionen, geht aus den am Montag veröffentlichten Nächtigungsdaten der Statistik Austria hervor. Bei den Ankünften gab es ein Plus von 6,2 Prozent auf 1,03 Millionen, was einem Anteil von 3,1 Prozent aller Ankünfte von ausländischen Gästen in Österreich entspricht. 2009 war dieser Anteil erst bei 0,7 Prozent gelegen, damals hatte es etwas über 155.000 chinesische Ankünfte gegeben. Der typische chinesische Tourist hält sich übrigens nur 1,4 Tage in Österreich auf. Am beliebtesten bei chinesischen Gästen (betrachtet nach Übernachtungsort) waren Wien, Salzburg und Vösendorf, der Sommer war 2019 weit beliebter als der Winter.

APA/red
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