Ende der „Corona-Sperrstunde“ gefordert

Die Nachtgastronomen wollen dem Gesundheitsministerium einen Maßnahmenkatalog vorlegen.
© Pixabay

Nachtlokale, in denen getanzt werden kann, müssen wohl am längsten warten.

Am 15. Juni gibt es für die Nachtgastronomen einen wichtigen Termin. Ihre Vertreter haben ein Gespräch mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). „Ziel ist es, dass dann die Sperrstunde wieder fällt“, sagt der Sprecher der Nachtgastronomen, Stefan Ratzenberger, im Gespräch mit der APA. Nach aktuellem Stand soll die „Corona-Sperrstunde“ Mitte Juni von 23:00 auf 01:00 Uhr verschoben werden.

Die Nachtgastronomen – ein eigener Verein (Vereinigung der österreichischen Nachtgastronomen, VÖNG) befindet sich gerade in Gründung – erstellen für das Treffen einen Maßnahmenkatalog. Dieser soll „aufgedröselt werden nach verschiedenen Lokalgrößen“: „Denn man kann eine 30-Gäste-Bar nicht mit einer Großraumdisko vergleichen“, erläutert Ratzenberger. „Der kleinste gemeinsame Nenner aller Lokaltypen ist, dass die Sperrstunde fallen muss. Denn diese verbietet es, Geld zu verdienen.“ Nur ohne einer „Corona-Sperrstunde“ könne wieder kostendeckend gearbeitet werden. Dann könnten Gastronomen viel eher entscheiden, ob es für sie Sinn mache, wieder aufzusperren.

Das Gesundheitsministerium erwartet das Konzept „voraussichtlich noch diese Woche“. „Anschließend wird es von den Gesundheitsexperten geprüft“, teilte das Ministerium auf APA-Anfrage mit. „Wir sind in gutem Dialog mit den Vertretern der Nachtgastronomie und gehen davon aus, dass auch am 15. Juni das Gespräch sehr konstruktiv sein wird“, hieß es von einer Anschober-Sprecherin.

Einzelne geplanten Maßnahmen im Konzept der Nachtgastronomen umfassen laut Ratzenberger etwa Abstände zwischen Gästegruppen, die Installierung eines Coronabeauftragten in jedem Lokal und das tägliche Fiebermessen bei den Mitarbeitern. Es müsse auch geschaut werden, dass man vom „Pflichtsitzen“ wegkomme, so Ratzenberger, der auch auf die Eigenverantwortung von Gästen verweist.

Problem Tanzlokale

Dass „Tanzlokale in der Nachtgastronomie wohl sicher die letzten sein werden, die aufsperren dürfen“, sieht auch Nachtgastro-Sprecher Ratzenberger kommen. „Tanzflächen mit 300 Leuten – das wird wohl länger nicht gehen. Aber wir versuchen auch hier Lösungen zu finden.“ Es müsse aber auch nicht zwingend auf großen Tanzflächen getanzt werden. Oft tanzen die Gäste ohnehin dort, wo sie gerade stehen.

Österreichweit gibt es 2.900 Bars, Tanzlokale und Diskotheken. Alleine in Wien sorgt die Nachtgastronomie laut Branchenangaben für 24.000 Jobs und einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro pro Jahr.

APA/red

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