Eine Sache der Freiwilligkeit

Kein verpflichtender CO2-Aufschlag Bei Lufthansa
© unsplash

Im Kampf gegen die Klimakrise versuchen einige Unternehmen einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Bei der AUA-Mutter Lufthansa möchte man die Passagiere jedoch nicht dazu verpflichten. Wie der Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag auf der Hauptversammlung mitteilte, setzt das Unternehmen auf Freiwilligkeit, „mit zunehmendem Erfolg“. Eine solche Regelung müsse weltweit einheitlich sein, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Das sei nicht realistisch.

Passagiere der Lufthansa können seit kurzem bei ihrer Buchung mit einem Klick den Treibgasausstoß ihrer Reise finanziell ausgleichen. Zuvor musste die Kompensation zusätzlich zum Flug gebucht werden. Seit dieser Vereinfachung werde diese Kompensationsmöglichkeit stärker angenommen als zuvor. Bisher waren verschwindend wenige Verbraucher dazu bereit, auf diese Weise einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Kritische Stimmen

Doch ganz zufrieden sind mit dieser Entscheidung nicht alle. Ein Vertreter der Umweltschutzorganisation Robin Wood kritisierte das in der Luftfahrt übliche Instrument, mit dem Klimaschutzprojekte oder der Kauf emissionsarmer synthetischer Kraftstoffe finanziert werden können. So fordert Jonas Asan von Robin Wood, dass CO2-Emissionen im Kampf gegen den Klimawandel nicht kompensiert, sondern gänzlich vermieden werden müsse. „Grüne Flugzeuge sind nur die, die am Boden bleiben“, so Asan. Da die Branche für rund drei Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist, müsse die Luftfahrt schrumpfen.

Auch Vertreter von Investmentfonds äußern sich kritisch über den Klimaschutzkurs der Lufthansa. Die Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken, Union Investment, warf der Lufthansa vor, sich zu lange um ambitionierte Klimaschutzziele gedrückt zu haben. Auch wenn das Luftfahrtunternehmen mit einer Halbierung der Netto-CO2-Emissionen bis 2030 ein klares Ziel habe, fehle weiterhin eine Strategie für einen glaubwürdigen Umbau. „Es geht jetzt darum, den CO2-Reduktionspfad nach anerkannten Standards mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang zu bringen“, forderte Henrik Pontzen, Leiter Nachhaltigkeit bei dem Fondsverwalter. Auch die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka wünscht sich im Kampf gegen den Klimawandel von der Airline-Gruppe mehr Engagement. „Die Reduktion von CO2-Emissionen und das Hinwirken zu einem nachhaltigeren Flugbetrieb müssen stärker berücksichtigt werden“, forderte Nachhaltigkeitschef Ingo Speich.

Die Lufthansa-Hauptversammlung am Dienstag war, anders als bei anderen Firmen, öffentlich nicht zugänglich. Alle Antworten des Unternehmens auf vorab eingereichte Fragen gab es nur schriftlich gegenüber den Aktionären.

 

 

APA/ Red.

 

 

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