Digitalisierung hilft Gastronomen durch die Krise

Kassenanbieter orderbird befragt im Gastro-Stimmungsbarometer deutsche Gastronomen.

Es ist kein Geheimnis, dass die Gastronomie zu den Branchen z√§hlt, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie am schwersten getroffen wurden. Im Fokus der Medien stehen vor allem viele Einzelschicksale der Gastronomie. Um jedoch ein fl√§chendeckendes Stimmungsbild dar√ľber zu erhalten, wie es Gastronomen wirklich geht, ob sie die Krise gut meistern und was sie sich von der Zukunft erhoffen, hat orderbird (www.orderbird.com), der f√ľhrende Anbieter f√ľr iPad-Kassensysteme in der Gastronomie, im Gastro-Stimmungsbarometer deutsche Gastronomen befragt.
Befragt wurden Betreiber von Restaurants (52 Prozent), Cafés (23 Prozent), Bars (13 Prozent) und sonstigen Betriebe (12 Prozent). Zudem wurden anonymisierte Kassendaten von 8.000 orderbird-Kunden in Deutschland ausgewertet, die bestätigen, dass die Mehrheit der Gastronomen derzeit ums Überleben kämpft. Es gibt jedoch auch Faktoren, die einen positiven Einfluss auf die Lage der Gastronomen haben. So zeigt sich, dass Betriebe, die auf digitale Lösungen setzen und beispielsweise Reservierungen und Gutscheine online anbieten, ihre Website pflegen und Online-Marketing betreiben, weniger Einbußen verzeichnen konnten.
Die Zukunft der Gastronomie: Finanzielle Lage derzeit eher schlecht, Optimismus bleibt
Covid-19 hat erwiesenerma√üen einen starken negativen Einfluss auf die finanzielle Lage der meisten gastronomischen Betriebe. Wie viele der Befragten jedoch mit der derzeitigen Lage zu k√§mpfen haben, ist durchaus erschreckend. Seit Beginn der Krise hat sich bei fast 80 Prozent aller Befragten die finanzielle Situation ihres Betriebes deutlich verschlechtert. Nur 13 Prozent geht es genauso wie vor der Krise und 6 Prozent sind in einer besseren finanziellen Situation. Von denen, die angegeben haben, dass es ihnen schlechter geht, haben mehr als 30 Prozent der Befragten Einbu√üen von 20 bis 40 Prozent des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr, √ľber ein Viertel haben mit 60 Prozent Verlust zu k√§mpfen und ein weiteres Viertel erwirtschaften derzeit sogar 80 bis 100 Prozent weniger Umsatz. Dieses Ergebnis zeigt sich auch in den ausgewerteten Kassendaten: Von Januar bis Juni 2020 wurden um ein Drittel weniger Rechnungen ausgegeben als zum gleichen Zeitraum im Jahr zuvor. Der durchschnittliche monatliche Umsatz der orderbird Kunden ist ebenfalls um 35 Prozent gesunken.
Dieses Ergebnis spiegelt sich ebenso in den Einsch√§tzungen √ľber die Zukunft der Gastro-Branche wider: 79 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass sich die Gastronomie langfristig ver√§ndern wird. 46 Prozent jedoch gehen davon aus, dass sich dies in weniger Gastronomiebetrieben √§u√üern wird. 17 Prozent rechnen mit Umsatz- oder G√§ster√ľckgang, 8 Prozent mit einer exklusiveren Gastronomie und 7 Prozent mit generellen Ver√§nderungen durch flexiblere Gesch√§ftsmodelle. Qualit√§tsminderung (0,4 Prozent) und Fachkr√§ftemangel (0,2 Prozent) sehen die Wenigsten als eine tendenzielle Entwicklung an. Immerhin 22 Prozent sind der Meinung, dass sich die Situation langfristig wieder dahingehend stabilisiert, wie es vor Corona der Fall war.
Trotz der √ľberwiegend negativen Haltung zur jetzigen Situation, glaubt mit¬† 62 Prozent die Mehrheit, dass sie es letztlich doch gut durch die Krise schaffen wird. Lediglich 21 Prozent stehen ihrer betrieblichen Zukunft eher pessimistisch gegen√ľber und ganze 17 Prozent gehen davon aus, dass ihre gastronomische Einrichtung so nicht √ľberleben wird.

© orderbird

Zufrieden mit politischer Unterst√ľtzung, weitere Subventionen jedoch erw√ľnscht
Generell sind die Gastronomen zufrieden mit der Politik in Zeiten von COVID-19 und den bereitgestellten Soforthilfen: 63 Prozent der Befragten w√ľrden der Landesregierung eine Schulnote von 1 bis 3 geben. Lediglich 15 Prozent empfinden die Ma√ünahmen als ausreichend (4) und 23 Prozent bewerten den Umgang mit mangelhaft (5) bis ungen√ľgend (6). Anzunehmen ist, dass die √ľberwiegend positiven Bewertungen sich vor allem darauf zur√ľckf√ľhren lassen, dass in Deutschland schnell unterschiedliche Ma√ünahmen f√ľr Betroffene umgesetzt wurden. Sei es finanzielle Soforthilfen, Kredite, wie beispielsweise √ľber die KfW, M√∂glichkeiten der Kurzarbeit f√ľr Angestellte, das Aussetzen des Insolvenzverfahrens f√ľr gesch√§digte Unternehmen oder die Entsch√§digung bei Verdienstausfall f√ľr Gesch√§ftsf√ľhrer laut Infektionsschutzgesetz ‚Äď deutsche Gastronomen konnten mit diesen Mitteln den finanziellen Schaden bereits m√∂glichst gering halten.
Dennoch w√ľnscht sich eine Mehrheit von 70 Prozent weitere landesweite Subventionen und Hilfen, 25 Prozent stehen der Forderung neutral gegen√ľber und nur 5 Prozent w√ľnschen sich keine weitere Unterst√ľtzung. Dieses Ergebnis zeigt, dass Gastronomen trotz der bereits angebotenen Hilfe auf weitere Unterst√ľtzung angewiesen sind. So berichtet beispielsweise die dpa, dass der Gastronomieverband Dehoga momentan wegen enger Vorgaben bei der Corona-Soforthilfe vor zahlreichen Insolvenzen in der Branche warnt. Grund hierf√ľr ist, dass die von Bund und L√§ndern gezahlten Soforthilfen unter anderem nicht zur Abrechnung von Personalkosten verwendet werden d√ľrfen. Etliche Betriebe w√§ren betroffen und st√ľnden somit vor dem Aus.
Fairer Umgang mit Gästen
Geben Gastronomen die finanziellen Einbu√üen an ihre Kunden und Angestellten weiter? Die Umfrage zeigt, dass eine Preisver√§nderung bei 62 Prozent der Befragten nicht n√∂tig war, 10 Prozent boten sogar niedrigere Preise an, w√§hrend lediglich 25 Prozent ihre Preise anziehen mussten (Rest: 3%). Dies zeigt, dass die Mehrzahl der Gastronomen ihre finanzielle Last, nicht an ihre G√§ste weitergeben. Was den Umgang mit Angestellten anbetrifft, entschlossen sich 58 Prozent Kurzarbeit f√ľr diese zu beantragen. Dies verdeutlicht, dass die Mehrheit der Gastronomen auch w√§hrend der Krise ihren Angestellten den Arbeitsplatz sichern will.
Digitalisierte Betriebe sorgen f√ľr bessere Zukunftseinstellung und mehr Umsatz
Onlineplattformen, neue Zahlungsm√∂glichkeiten, Reservierungssysteme, digitale Kassensysteme ‚Äď die Digitalisierung etabliert sich immer mehr in der Gastronomie. Ein nicht unwesentlicher Zusammenhang ist auch zwischen Gastronomie und Digitalisierung bei der Umfrage von orderbird zu sehen: Die Umfrage zeigt zwar, dass Nutzer und Nichtnutzer digitaler Softwarel√∂sungen ihre finanzielle Situation anteilsm√§√üig sehr √§hnlich einsch√§tzen und die Unterschiede minimal sind, jedoch verdeutlichen die Ergebnisse auch, dass Gastronomen, die digitale Software-Tools verwenden, davon ausgehen besser durch die Krise zu kommen und eine positivere Einstellung gegen√ľber der Zukunft haben als Gastronomen, die diese bisher noch nicht verwenden. W√§hrend √ľber zwei Drittel von Nutzern digitaler L√∂sungen der Zukunft in der Gastronomie positiv gegen√ľberstehen, sind es bei Nicht-Nutzern digitaler Tools nur die H√§lfte. Nicht-Nutzer von digitalen Softwarel√∂sungen hingegen sind gegen√ľber der Zukunft besonders pessimistisch eingestellt: Mit einem zw√∂lfprozentigen Anteil der Befragten ist der Wert neunmal h√∂her als unter Nutzern. Dass Gastronomen mit digitalen Software-L√∂sungen besser die Krise meistern, zeigt sich nicht nur in ihrer Zukunftseinstellung, sondern auch am Umsatz. Von den Gastronomiebetrieben, die w√§hrend der Krise keinen Umsatz erzielen konnten, sind nur 35 Prozent mit digitalen Systemen wie einer Bestellsoftware oder einer Webseite ausgestattet. Bei den Gastronomiebetrieben mit gleichem oder gestiegenen Umsatz w√§hrend der Krise haben hingegen 77 Prozent mindestens eine dieser digitalen L√∂sung. Das l√§sst annehmen, dass Gastronomen durch digitale Tools in der Krise mehr verkaufen k√∂nnen, zum Beispiel durch Au√üer-Haus-Verk√§ufe. Diese Annahme wird auch von den Kassendaten unterst√ľtzt: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Verh√§ltnis von Au√üer-Haus-Verk√§ufen bei orderbird Kunden mehr als verdoppelt (Jan. – Juni 2019: 14 Prozent¬† vs. Jan. – Juni 2020: 27 Prozent).
Diese Ergebnisse geben Einblicke dar√ľber, wie digitale L√∂sungen einen positiveren Einfluss auf den Erfolg des Gesch√§ftskonzepts haben k√∂nnen, zum Beispiel durch das Erschlie√üen neuer Verkaufswege, wie den Online-Verkauf von Gutscheinen oder Speisen. Sie k√∂nnen Juniaber auch dabei helfen neue Herausforderungen im G√§stemanagement zu bew√§ltigen, denn seit der Wiederer√∂ffnung m√ľssen diverse Abstands- und Hygieneregeln beachtet und G√§stedaten dokumentiert werden.¬† Die Zahlen zeigen auch, dass Gastronomen durchaus gewillter sind in eine weitere digitale L√∂sung zu investieren als solche, die noch keine besitzen. Das verdeutlicht wie √ľberzeugt Gastronomen von ihren bisherigen digitalen Tools sind.
© pixabay.com

Besser durch die Krise: Anpassung durch Etablierung digitaler Tools und des Geschäftsmodells
Viele sagen der Digitalisierung den gro√üen Durchbruch voraus ‚Äď gerade wegen der Coronakrise. Auch innerhalb des Gastro-Stimmungsbarometers wird deutlich, welchen Einfluss Corona auf die Digitalisierung der Branche hat: Viele Gastronomen haben gemerkt, dass sie ihr Gesch√§ftsmodell √ľberdenken m√ľssen und haben dieses bereits angepasst oder erweitert. W√§hrend 71 Prozent schon vor der Pandemie ein kontaktloses Bezahlsystem verwendeten, ist der Wert seit der Krise¬† auf¬† 80 Prozent gestiegen. Weitere 8,5 Prozent planen dies schnellstm√∂glich umzusetzen. Die wichtigsten Softwarel√∂sungen, in welche die Befragten in den n√§chsten sechs Monaten investieren m√∂chten, sind ihre Website (11 %), ein Online-Reservierungssystem (6,4 %) sowie ein Tool f√ľr Gutscheinverk√§ufe (6 %). Diese Softwarel√∂sungen sind auch die Tools, die¬† f√ľr Gastronomen hilfreich sein k√∂nnen, die Zeiten des Lockdowns zu √ľberstehen. Die Bereitstellung digitaler Gutscheine, ein besserer Online-Auftritt oder das Nutzen digitaler Reservierungssysteme f√ľr Echtzeit-Reservierungen unterst√ľtzen auch seit der Wiederer√∂ffnung durch eine optimale Auslastung der Kapazit√§ten und schlankere Prozesse und k√∂nnen so f√ľr mehr Umsatz sorgen.
Entscheidet die Digitalisierung √ľber das Gastronomie√ľberleben oder -sterben?
Die Digitalisierung ist ein Wettbewerbsvorteil und entsprechende Unternehmen werden aus der¬† Krise gest√§rkt hervorgehen. Die Umfrage verdeutlicht, wie wichtig es f√ľr Gastronomen ist ihren Arbeitsalltag durch digitale Tools zu erleichtern und welchen Wettbewerbsvorteil die Einrichtungen dadurch erlangen. Ebenso zeigt sich, dass sich Gastronomen weitere staatliche Hilfen w√ľnschen, denn die Hilfe darf nicht pl√∂tzlich abrei√üen oder Bedingungen f√ľr den Erhalt von F√∂rdermittel pl√∂tzlich ge√§ndert werden. Subventionen verhelfen Gastronomen besser durch die Krise zu kommen. Unternehmen, die auf digitale Tools umgestiegen sind, kommen besser durch die Krise. Digitalisierung ist f√ľr Gastronomen also ein richtiger Schritt in Richtung Zukunft und k√∂nnte staatlich gef√∂rdert werden.
Zur Studie
Untersucht wurden von der orderbird AG im Zeitraum vom 23. Juni 2020 bis zum 1. Juli 2020 425 Gastronomiebetreiber*innen in Deutschland. Au√üerdem wurden anonymisierte Daten von 8.000 orderbird Kunden in Deutschland ausgewertet von Januar bis Juni 2019 und 2020. orderbird m√∂chte mit √ľber 10.000 Kunden in der Gastronomie den Individualgastronomen eine Stimme geben.
 
UŐąber die orderbird AG
orderbird (www.orderbird.com) bietet intuitive SoftwareloŐąsungen und Zusatzservices fuŐąr Individualgastronomen in Deutschland, OŐąsterreich, der Schweiz und Frankreich. Sie ist damit Marktf√ľhrer f√ľr cloudbasierte POS-L√∂sungen in Europa. Mit dem HerzstuŐąck, Europas fuŐąhrender iPad-Kasse, koŐąnnen Restaurants, CafeŐĀs, Bars und Food Trucks einfach und mobil Bestellungen aufnehmen, flexibel abrechnen und finanzamtkonforme Berichte auf Knopfdruck erstellen. Die orderbird AG wurde 2011 gegruŐąndet und beschaŐąftigt heute mehr als 110 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und Wien. Zu den Investoren zaŐąhlen unter anderem METRO, ALSTIN, Digital+ Partners und Concardis.

30. 7. 2020 / gab
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