Das Ende einer Legende

Die Gräfin vom Naschmarkt bleibt offenbar dauerhaft geschlossen.
© Google

Schmerzlich vermissen werden die „Gräfin“ wohl nur Nachtschwärmer – ihre Tür war noch offen, wenn in anderen Lokalen bereits das Licht aus war

Die „Gräfin vom Naschmarkt“ an der Linken Wienzeile 14 in Mariahilf muss nun wohl für immer schließen. Die Gewerbeberechtigung wurde laut Medienberichten vom Eigentümer bereits im Oktober zurückgelegt.  Es war ein legendäres Lokal, das viele Nachtschwärmer meist in den frühen Moorgenstunden aufsuchten. Wenn auch nicht für seine gute Küche berühmt, wie Standard-Restaurantkritiker Severin Corti persönlich erschmecken konnte. Corti bezeichnete etwa das dort servierte Schnitzel bei seinem Besuch 2018 als „Bröselteppich mit Semmelflummi“.

International berüchtigt

Vor einigen Jahren schaffte es das Lokal sogar in die internationalen Medien. Aber nicht wegen seiner spektakulären historischen Geschichte oder wegen der guten Wiener Küche, sondern wegen der zahlreichen schlechten Online-Bewertungen auf dem Portal Tripadvisor. Die „Gräfin“ war das am schlechtesten bewertete Restaurant Wiens. Auf diese Kritiken reagierten die Betreibern mit teils heftigen Postings. Verbesserungen gab es aber nie.

Ein Lokal für alle

„Es war früher ein Lokal der Übriggebliebenen“, sagte ein ehemaliger Gast gegenüber dem Kurier. „Einmal muss man in der Gräfin gewesen sein, auch wenn es noch so schlecht ist“, war ein Satz, den man in Wien oft gehört hat. Ob das Lokal noch gerettet werden kann – und wenn ja, in welcher Form ist derzeit noch völlig unklar. Der ORF kolportierte, dass ein Verwandter der Betreiber es vielleicht weiterführen möchte.

red

 

 

 

 

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