Billigflieger Ryanair sieht in Rezessionsszenario seine Chance

Keine 10-Euro-Tickets mehr
© Unsplash

Auch bei Ryanair kommt es in den n√§chsten f√ľnf Jahren zu einer moderaten Preiserh√∂hung

Die Billigflieger Airline Ryanair steht der sich anbahnenden Rezession positiv gegen√ľber und sieht daran eine Chance. Der Ryanair-Chef Andreas Gruber erwartet, dass die Menschen dadurch mehr auf den Preis achten w√ľrden, √§hnlich wie beim Lebensmitteleinkauf, wo die Menschen nun auch verst√§rkt bei Diskountern einkaufen. Allein in Wien soll die Passagierzahl von heuer sechs Millionen im kommenden Gesch√§ftsjahr auf 6,5 Millionen steigen.

In der Kärntner Hauptstadt Klagenfurt, wo der Billigflieger mit November den Flugbetrieb startet, rechnet Gruber mit 50.000  bis 60.000 Passagieren. Die Buchungen liefen wie erwartet, insbesondere nach Stansted.

Moderate Preiserhöhung angesetzt

Die zu Lauda Europa geh√∂rende Fluglinie werde ihre Preise trotz Inflation nur moderat anheben. So soll der Durchschnittspreis f√ľr einen Ryanair-Flug aus heutiger Sicht in f√ľnf Jahren von 40 auf 50 Euro steigen. Allerdings sei das Fliegen f√ľr “fast umsonst” aber Geschichte. “10-Euro-Tickets wird es nicht mehr geben”, so Gruber. Derzeit liegen die Einstiegspreise bei 25 Euro.

Vor Kurzem hatte der die irische Fluglinie den Ankauf von nachhaltig, ohne Erd√∂l produziertem Flugbenzin (SAF) von der OMV angek√ľndigt. 160.000 Tonnen soll der √∂sterreichische Mineral√∂lkonzern √ľber f√ľnf Jahre liefern. Das sei zwar jetzt erst ein sehr geringer Anteil des gesamten Verbrauchs, aber Ryanair sei auch mit anderen Lieferanten in Gespr√§chen und habe das Ziel, 2030 ein Achtel (12,5 Prozent) des gesamten Treibstoffbedarfs mit SAF zu bestreiten. Auch wenn es Kritik und Zweifel an der Effizienz von SAF gibt, ist f√ľr Gruber klar: “Das ist kurzfristig die einzig gangbare L√∂sung”. Dabei liege der Preis noch bei dem Dreifachen von Kerosin.

Gesteigerte Konkurrenzfähigkeit

Auch ist Gruber optimistisch, was die Konkurrenzf√§higkeit betrifft ‚Äď vor allem im Bezug auf die AUA. “Wir bieten auf der Kurz- und Mittelstrecke mehr Destinationen als die AUA aus Wien”, so Gruber und der Marktanteil liege in Wien derzeit bei 25 Prozent. Kritik der Arbeiterkammer wegen teils kurzfristig abgesagten Fl√ľgen kann Gruber nicht nachvollziehen. Ryanair sei die Airline mit den wenigsten gecancelten Fl√ľgen in Europa. Und Ryanair sei im Gegensatz zum Branchentrend auch im Sommer stark gewachsen. Im laufenden Gesch√§ftsjahr (April 2022 bis M√§rz 2023) werde Ryanair 166 Mio. Passagiere bef√∂rdern, deutlich mehr als vor der Corona-Krise (149 Mio.). N√§chstes Jahr sollen es schon 185 Mio. sein und 2026 dann 225 Mio.

 

APA/ Red.

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