AMS ortet offenbar Entspannung beim Arbeitskräftemangel im Tourismus

Wegen Wirtschaftsrezession sei es „aktuell leichter, Personal zu finden“
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In den letzten beiden Tourismus-Saisonen – Sommer 2023 und Winter 2023/24 – gab es laut Arbeitsmarktservice (AMS) „offenbar eine Entspannung der schwierigen Personalsituation für heimische Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe. Wegen der Wirtschaftsrezession sei es „aktuell leichter, Personal zu finden“, so AMS-Vorstand Johannes Kopf in einem AMS-Spezialbericht. Die beim AMS gemeldeten offenen Tourismus-Jobs sind deutlich zurückgegangen.

Die Tourismusbranche weise in regionaler wie zeitlicher Hinsicht „eine sehr hohe Personalfluktuation“ auf und brauche deswegen „laufend einen hohen Anteil“ an Brancheneinsteigerinnen und Berufseinsteiger, erklärte Kopf. Die Branche suche mittlerweile weltweit nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Ohne weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, wie insbesondere das Angebot von Ganzjahresbeschäftigung, wird es nicht reichen“, betonte Kopf. „Jene Betriebe, die diesen herausfordernden Umstieg geschafft haben, finden leichter gute Leute.“

Die Entspannung beim Personalmangel führte laut Arbeitsmarktservice zu einem Einbruch der offenen Stellen: In der Sommersaison 2023 lag der Durchschnittsbestand bei 12.052 offenen Tourismus-Stellen und damit um 26 Prozent unter jenem der Sommersaison 2022. In der vergangenen Wintersaison 2023/24 waren im Durchschnitt 9.284 sofort verfügbare offene Stellen österreichischer Tourismusunternehmen beim AMS im Bestand, ein Rückgang von knapp 19 Prozent im Vergleich zum Winter 2022/23.

Immer weniger österreichische Arbeitskräfte arbeiten in der heimischen Tourismusbranche: Der Anteil von Österreicherinnen und Österreichischen an allen in der Beherbergung und Gastronomie unselbstständig Aktiv-Beschäftigten ist nach Angaben des AMS von 48 Prozent im Jahr 2019 auf 43 Prozent im Jahr 2023 gesunken. Unter allen Tourismusbeschäftigten in Österreich waren Ungarinnen und Ungarn die größte ausländische Nationalitätengruppe mit einem Anteil von 11,3 Prozent im Jahr 2023, gefolgt von Deutschen (4,7 Prozent), Rumänen (3,8 Prozent), Slowaken (3,5 Prozent) und Kroaten (3 Prozent), Türken (2,9 Prozent) und Bosnier (2 Prozent). Die Zahl unselbstständig Beschäftigter aus der Ukraine, Afghanistan und Syrien hat sich laut AMS in den letzten fünf Jahren beinahe verdoppelt. 2023 waren 1,6 Prozent der unselbstständigen Tourismusbeschäftigten hierzulande aus der Ukraine, 1,5 Prozent aus Afghanistan und 1,4 Prozent aus Syrien.

APA/Red.

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