AK-Test Zucker in Limonaden

Der Gehalt ist europaweit sehr unterschiedlich.
© pixabay

Nur weil Fanta, Sprite und Tonic Water europaweit gleich – s√ľ√ü – schmecken, hei√üt das noch lange nicht, dass gleich viel Zucker drin ist. Fanta enth√§lt in √Ėsterreich mehr als doppelt soviel Zucker wie in Gro√übritannien, fand die Arbeiterkammer (AK) Ober√∂sterreich in einem Test heraus. Aber: Je weniger Zucker, desto mehr k√ľnstliche S√ľ√üstoffe und dieser Ersatz sei auch keine L√∂sung.

In √Ėsterreich besonders viel Zucker in Getr√§nken

Die Konsumentensch√ľtzer kauften Fanta, Sprite und Tonic Water von Schweppes in Gro√übritannien, Norwegen, Belgien und √Ėsterreich ein und verglichen die jeweiligen Zuckerangaben und Inhaltsstoffe, wie sie in einer Pressemitteilung am Mittwoch (4.9.) berichteten. Ein halber Liter Fanta in der Flasche enth√§lt in √Ėsterreich 51,5 Gramm Zucker. Das sei etwas mehr als laut Weltgesundheitsorganisation t√§glich konsumiert werden sollte. Die gleiche Menge britisches Fanta kommt gerade einmal auf 23 Gramm Zucker. In britischem Tonic Water sind 45 Prozent weniger Zucker als in √∂sterreichischem.

Zuckersteuer spielt mit

Die Konsumentensch√ľtzer erkl√§ren die Unterschiede mit der Zuckersteuer f√ľr Softdrinks. In Gro√übritannien betr√§gt sie seit April 2018 je nach Zuckergehalt 21 bis 27 Cent pro Liter. Deswegen h√§tten Getr√§nkehersteller offenbar ihre Rezeptur ge√§ndert und den Zuckergehalt gesenkt. W√§hrend sich die Steuer in Belgien nur auf einige Cent bel√§uft und der Lenkungseffekt bisher ausblieb, wurde die Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel in Norwegen 2018 um 83 Prozent erh√∂ht. Der Absatz von zuckerhaltigen Getr√§nken sei seither um elf Prozent gesunken. In Belgien und Gro√übritannien seien auch Light-Produkte besteuert, so die AK.
Bei Cola gibt es √ľbrigens keine Unterschiede – Coca-Cola Classic enthalte in allen vier L√§ndern gleich viel Zucker: 53 Gramm pro halbem Liter. Bei klassischer Pepsi Cola sind es 54,5 Gramm. Daf√ľr h√§tten die Anbieter hier zuckerfreie Alternativen im Sortiment.

Zuckerersatz auch keine Lösung

Wermutstropfen bei der Sache: In zuckerreduzierten Getr√§nken sind umso mehr k√ľnstliche S√ľ√üstoffe enthalten. Bei moderatem Konsum seien etwa Acesulfam-K, Aspartam, Natriumsaccharin, Sucralose und Neohesperidin bisher als sicher bewertet worden, so die Interessenvertretung. Es gebe aber auch Hinweise, dass beim Erhitzen von Lebensmitteln mit einzelnen dieser S√ľ√üstoffe gesundheitssch√§dliche Verbindungen entstehen k√∂nnten. Deswegen sei der Zuckerersatz keine L√∂sung und langfristig solle eine schrittweise Reduktion des Zuckergehalts das Ziel sein, nicht ein Ersetzen durch andere S√ľ√üstoffe.
Weitere Infos: http://ooe.konsumentenschutz.at
APA/red

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