„Adria Wien“ wurde zwangsgeräumt

Als Nachfolgeprojekt ist ein Lokal namens „Taste“ geplant, das Streetfood anbieten soll.
© stadtbekannt.at

Das alte „Adria Wien“

Das Donaukanal-Lokal „Adria Wien“ ist Donnerstagfrüh (26.11.) zwangsgeräumt worden. Damit ist nun der Weg frei für ein neues Gastronomiekonzept, das dort eigentlich bereits 2019 hätte realisiert werden sollen. Die Übergabe der Flächen hatte sich allerdings durch einen langwierigen Rechtsstreit zwischen der Donaukanal-Verwalterin DHK (Donauhochwasserschutz-Konkurrenz), die sich aus Bund, Wien und Niederösterreich zusammensetzt, und dem „Adria“-Pächter Gerold Ecker verzögert.

Mit der heutigen Zwangsräumung hat die jahrelange gerichtliche Auseinandersetzung nun ein Ende gefunden. Diese war entstanden, nachdem sich die DHK nach einem kritischen Rechnungshofbericht 2017 entschieden hatte, sechs Flächen am Donaukanal neu auszuschreiben. Betroffen davon war auch das Areal, auf dem Ecker sein „Adria“-Lokal betrieb. Die Pachtverträge liefen 2018 aus. Ecker wehrte sich gerichtlich gegen die Neuvergabe. Ein Streit vor Gericht durch mehrere Instanzen war die Folge.

Ecker verlor die Auseinandersetzung, eine für Juni terminisierte Zwangsräumung wurde in letzter Minute allerdings noch einmal aufgeschoben. Mit dem heutigen Donnerstag konnte sie nun vollzogen werden, wie Martin Jank, Chef der Wiener Gewässer Management GmbH (WGM) – sie ist die Wiener Vertreterin in der DHK – bei einem Lokalaugenschein mit Medienvertretern berichtete.

Das Areal war in den Morgenstunden mit einem Bauzaun abgesperrt. Gerichtsvollzieher, Sachverständige sowie Rechtsvertreter der DHK und des Pächters führten eine Vor-Ort-Begehung durch. Dabei habe Ecker erklärt, er werde jene Dinge und Teilkonstruktionen, die er erhalten möchte – beispielsweise Teile der Möblierung, den Terrassenboden und die Holzkonstruktion über dem Barbereich – bis 18. Dezember abtransportieren, berichtete Jank der APA.

Nicht betroffen von der Räumung war allerdings der Glaspavillon im Zentrum des Areals. Dieser wurde ebenfalls von Ecker bewirtschaftet, wobei auch hier die Verträge nicht mehr aufrecht sind. Allerdings gehört die Fläche allein der Stadt Wien, weshalb hier ein eigenes Verfahren läuft. Jank rechnet nicht mit einer Entscheidung vorn 2022, wie er am 26.11. sagte.

Auf dem nun freiwerdenden Teil des Donaukanalabschnitts wird jedenfalls in den kommenden Monaten ein neues Lokal namens „Taste“ entstehen. Dafür stellt der Betreiber „Boxircus“ Gastro-Container auf, in der saisonal wechselndes Streetfood zubereitet werden wird. Die Eröffnung ist für Mai 2021 geplant, sagte Co-Chef Johannes Kriegs-Au der APA. Gestartet wird mit gefüllten österreichischen Teigtascherl („Ballroom“) und frittierten Pizzagerichten („Pizza fritta“). Dazu soll es Pop-up-Küche geben, die sogar alle paar Wochen wechselt. Ein Sandstrand mit Liegestühlen, der auch konsumfrei genutzt werden kann, ist ebenfalls vorgesehen.

APA/red

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