36 % der Hotelbuchungen für Sommer storniert

ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer wünscht sich Gutscheine als Überbrückungshilfe.
© ÖHV

ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer

Vier von zehn Hotels erwarten laut einer Befragung der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) wegen der Coronakrise Einbußen von über 50 Prozent. Der Umsatzverlust seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie beträgt durchschnittlich 700.000 Euro in Österreich. Es wurden bereits 36 Prozent der Buchungen für den Sommer wieder storniert. Laut ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer gehen deswegen „selbst finanziell fitte Betriebe über kurz oder lang in die Knie, und ein Ende ist nicht in Sicht“. Darum schlägt sie vor, dass rasch effektive Maßnahmen getroffen werden, damit die Branche über den Sommer gerettet werden kann. So sollen neben „der besten und größten Kampagne für Urlaub in Österreich, die wir jemals gesehen haben“ auch Kaufanreize geschaffen werden: „Viele Menschen werden sich nach den Einkommensverlusten durch die Krise keinen Urlaub leisten können: Unterstützen wir die Familien, unterstützen wir alle, die in dieser harten Zeit durch den Gang in die Kurzarbeit einen wertvollen Beitrag für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze geleistet haben, mit einem einmaligen Urlaubszuschuss“, wünscht sich Reitterer von der Regierung.

Zudem regt sie an, dass abgesagte Reisen nicht gleich storniert, sondern in Gutscheine umgewandelt werden.  In Deutschland, Italien, Spanien und Belgien wird dieses System bereits angewendet. „Die dringend benötigte Liquidität bleibt in den Hotels, der Staat muss nicht noch mehr Geld hineinpumpen und den Gästen bleibt die Anzahlung komplett erhalten“, meint Reitterer zu dem Vorschlag. Sie lässt auch Einwände, dass das auf europäischer Ebene zu Problemen führen könnte, nicht gelten.

Auch Oliver Fritz, Tourismus-Experte des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), erklärt zu dem Thema: „Selbst wenn sich ab Herbst die Nachfrage aus dem Ausland wieder erholt, werden die Nächtigungen 2020 um mindestens ein Viertel unter dem Niveau des Jahres 2019 liegen. Die Hoffnung liegt auf einer raschen Belebung des Inlandstourismus.“

PA/red

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